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Steuern

Budget 2027: Standardband 46.500 Euro, Kapitalertragsteuer 31 Prozent, und was sich für Zuziehende ändert

Am 6. Oktober hat Irland den Haushalt für 2027 vorgelegt. Das Paket ist so groß wie seit dem Sommer angekündigt, 8,5 Milliarden Euro, davon 1,5 Milliarden für neue Steuermaßnahmen. Neu ist, wohin diese 1,5 Milliarden gehen: zum größten Teil in die Einkommensteuer, dazu in niedrigere Sätze auf Kapitalgewinne und Fonds, ein neues Anlagekonto und höhere Freibeträge bei Erbschaften.

Zwei Mädchen gehen an einem Sommertag nebeneinander einen schmalen, von hohen Hecken gesäumten Weg in der Grafschaft Tipperary entlang und lächeln in die Kamera, die eine im geblümten Overall, die andere im grauen Kapuzenpullover.

Der Rahmen in einem Absatz

Der Gesamtrahmen stand seit dem Summer Economic Statement vom 22. Juli fest: 7 Milliarden Euro zusätzliche Ausgaben, 1,5 Milliarden Euro Steuermaßnahmen. Was am Tag vor dem Haushalt schon feststand, steht im Beitrag Budget 2027 am 6. Oktober 2026. Am Budgettag hat Jack Chambers die zusätzlichen Ausgaben mit 7,1 Milliarden Euro beziffert und Simon Harris das Einkommensteuerpaket allein mit 1,3 Milliarden; die Einzelheiten stehen in den Tax Policy Changes, die am 6. Oktober dem Parlament vorgelegt wurden. Finanzminister Simon Harris nannte in seiner Haushaltsrede dazu die neuen Prognosen: ein Überschuss von 6,7 Milliarden Euro für 2026 und von 9,5 Milliarden für 2027, dazu eine zusätzliche Milliarde für den Future Ireland Fund.

Einkommensteuer und USC: das Paket für den Lohn

Der größte Posten ist die Einkommensteuer. Das Ministerium beziffert ihn mit 1,29 Milliarden Euro im ersten und 1,48 Milliarden Euro im vollen Jahr, also mit dem Löwenanteil der 1,5 Milliarden. Die Änderungen gelten für das Steuerjahr 2027.

Einkommensteuer und USC: 2026 und 2027
Einkommensteuer und USC20262027
Standardband, alleinstehend44.000 Euro46.500 Euro
Standardband, alleinerziehend48.000 Euro50.500 Euro
Standardband, Ehepaar mit einem Einkommen53.000 Euro55.500 Euro
Standardband, Ehepaar mit zwei Einkommen (höchstens)88.000 Euro93.000 Euro
Personal Tax Credit, alleinstehend2.000 Euro2.125 Euro
Employee Tax Credit2.000 Euro2.125 Euro
Earned Income Credit (Selbständige)2.000 Euro2.125 Euro
Home Carer Tax Credit1.950 Euro2.050 Euro
Obergrenze des USC-Satzes von 2 %28.700 Euro30.300 Euro

Beim Ehepaar mit zwei Einkommen steigt das Band um höchstens 37.500 Euro oder um das niedrigere Einkommen.

Quelle: Department of Finance, Budget 2027 Tax Policy Changes, Abschnitte 2.1.1 und 2.1.2, dem Oireachtas vorgelegt am 6. Oktober 2026. Stand: 12. Oktober 2026.

Die Sätze selbst bleiben: 20 Prozent im Standardband, 40 Prozent darüber. Beim USC verschiebt sich nur die Grenze zwischen 2 und 3 Prozent, damit ein Vollzeitbeschäftigter zum neuen Mindestlohn von 14,94 Euro nicht in den höheren Satz rutscht. Die übrigen USC-Grenzen stehen nicht auf der Liste der Maßnahmen; der Satz von 8 Prozent beginnt damit weiter oberhalb von 70.044 Euro, wie bei Revenue für 2026 ausgewiesen.

Was bleibt davon im Geldbeutel? Harris nannte in seiner Rede für ein Einkommen von 50.000 Euro eine Ersparnis von über 700 Euro bei Einkommensteuer und USC, für ein Paar mit zusammen 100.000 Euro aus zwei Einkommen 1.500 Euro. Die Tabellen des Ministeriums rechnen ehrlicher, weil sie die gleichzeitige Erhöhung der Sozialversicherung abziehen.

Mehr netto im Jahr 2027, Angestellte
HaushaltBruttoeinkommenMehr netto im Jahr 2027
Alleinstehend50.000 Euro691 Euro
Alleinstehend75.000 Euro654 Euro
Alleinstehend100.000 Euro616 Euro
Alleinstehend150.000 Euro541 Euro
Ehepaar, ein Einkommen, zwei Kinder75.000 Euro879 Euro
Ehepaar, ein Einkommen, zwei Kinder100.000 Euro841 Euro
Ehepaar, ein Einkommen, zwei Kinder150.000 Euro766 Euro

Quelle: Budget 2027 Tax Policy Changes, Tabellen 2 und 3, einschließlich der PRSI-Erhöhungen zum 1. Oktober 2026 und 1. Oktober 2027. Stand: 12. Oktober 2026.

Der Grund für die Lücke zwischen Rede und Tabelle ist die PRSI. Der Arbeitnehmerbeitrag ist am 1. Oktober 2026 von 4,2 auf 4,35 Prozent gestiegen und steigt am 1. Oktober 2027 auf 4,5 Prozent; das Ministerium hat beides in seine Rechnung eingebaut. Für Arbeitgeber steigt die Wochenschwelle für den höheren Arbeitgebersatz von 552 auf 600 Euro, um die Folgen des höheren Mindestlohns abzufedern. Wie die drei Abzüge auf einer irischen Abrechnung zusammenwirken, steht unter Einkommensteuer, USC und PRSI.

Kapitalertragsteuer: 31 statt 33 Prozent

Die zweite Änderung trifft Vermögende direkt. Der Standardsatz der Kapitalertragsteuer sinkt von 33 auf 31 Prozent, und zwar für alle Veräußerungen ab dem 7. Oktober 2026, also ab dem Tag nach dem Budget. Für Bauland bleibt es bei 33 Prozent. Harris begründete den Schritt mit dem Ziel, Unternehmertum und Risiko zu belohnen.

Für Zuziehende ist der Satz wichtiger, als er zunächst aussieht. Wer in Irland steuerlich ansässig ist, versteuert dort grundsätzlich seine Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, Beteiligungen oder Immobilien. Die Grundlagen, Freibetrag und Sonderfälle stehen unter Kapitalertragsteuer in Irland. Der neue Satz gilt nur für Veräußerungen ab dem Stichtag; wer vorher verkauft hat, bleibt bei 33 Prozent.

Fonds und ETFs: 35 statt 38 Prozent, die Achtjahresregel bleibt

Für Fondsanleger gibt es eine eigene Senkung. Die Steuer auf irische Fonds, auf gleichwertige ausländische Fonds aus EU, EWR und OECD-Staaten mit Doppelbesteuerungsabkommen sowie auf Lebensversicherungsprodukte sinkt von 38 auf 35 Prozent. Das schließt ETFs ein, die unter dieses Regime fallen. Harris nannte als Termin den 1. Januar 2027.

Was nicht fällt, ist die Regel, nach der ein Fondsanteil alle acht Jahre als verkauft gilt. Die Regierung will an dieser Achtjahresregel weiterarbeiten, abgeschafft hat sie sie nicht. Wie das Regime im Einzelnen funktioniert, steht unter ETFs und Fonds; bis zum 31. Dezember 2026 bleibt es beim Satz von 38 Prozent.

Das neue Investment Account

Das ist die eigentliche Neuheit des Haushalts. Ab dem 1. Juli 2027 bieten Banken, Wertpapierfirmen, Fondsverwalter und Versicherer ein neues Anlagekonto an, für das nicht die bisherigen Anlegersteuern gelten, sondern eine pauschale Abgabe.

Das Investment Account ab 1. Juli 2027
Investment AccountRegel
Start1. Juli 2027
Steuerfreier Betrag50.000 Euro Kontowert
Steuer1 % jährlich auf den Wert über 50.000 Euro
Einzahlungsgrenze12.000 Euro im Jahr, kein Mindestbetrag
BerechnungDurchschnitt der täglichen Kontowerte
Werin Irland ansässige Personen ab 18 Jahren mit PPS-Nummer, ein Konto je Person
WasAktien, Anleihen, Investmentfonds einschließlich ETFs, versicherungsbasierte Anlageprodukte
Nicht im KontoKapitalertragsteuer, Dividendenquellensteuer, Fondssteuer, Achtjahresregel

Quelle: Budget 2027 Tax Policy Changes, Abschnitt 2.3 und Kapitel 9; Haushaltsrede von Simon Harris, 6. Oktober 2026. Stand: 12. Oktober 2026.

Die Rechnung des Ministers ist einfach: Liegt der Wert bei 52.000 Euro, sind 2.000 Euro über dem Freibetrag, und die Steuer beträgt 20 Euro. Die Steuer führt der Anbieter ab, eine eigene Erklärung gegenüber Revenue braucht es dafür nicht. Für eine zuziehende Familie, deren Vermögen vor allem in Fonds liegt, ändert das wenig, weil 12.000 Euro im Jahr nur einen kleinen Teil eines größeren Depots aufnehmen. Für die laufende Sparrate eines Haushalts, der in Irland verdient, ist das Konto dagegen eine echte Alternative zum Fondsregime.

Erbschaften und Schenkungen: höhere Freibeträge

Bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer bleibt der Satz bei 33 Prozent. Die Freibeträge steigen für alles, was ab dem 7. Oktober 2026 geschenkt oder vererbt wird.

Freibeträge der Erbschaft- und Schenkungsteuer
GruppeWerbis 6.10.2026ab 7.10.2026
AKinder400.000 Euro420.000 Euro
BGeschwister, Nichten, Neffen, Enkel und andere Verwandte in gerader Linie40.000 Euro44.000 Euro
Calle anderen20.000 Euro22.000 Euro

Die Freibeträge gelten jeweils über das ganze Leben für alles, was ein Empfänger aus derselben Gruppe erhält.

Quelle: Budget 2027 Tax Policy Changes, Abschnitt 6.7; Haushaltsrede von Simon Harris, 6. Oktober 2026. Stand: 12. Oktober 2026.

Ob Irland eine Erbschaft überhaupt erfasst, hängt unter anderem daran, wo Erblasser und Erbe ansässig sind. Für eine Familie, die mit Vermögen nach Irland zieht, gehört diese Frage deshalb zu denen, die vor dem Umzug geklärt werden, nicht danach.

Wohnen, Familie, Energie

Beim Wohnen gibt es vier Änderungen, von denen Zuziehende vor allem eine spüren werden. Die Rent Tax Credit für Mieter steigt um 150 auf 1.150 Euro für eine Person und um 300 auf 2.300 Euro für gemeinsam veranlagte Paare, für 2027 und 2028. Wer übergangsweise mietet, bekommt damit einen etwas größeren Abzug. Der Freibetrag für die Vermietung einzelner Zimmer im eigenen Haus steigt ab 1. Januar 2027 von 14.000 auf 16.000 Euro.

Der Help-to-Buy-Zuschuss für Erstkäufer eines Neubaus steigt ab dem 7. Oktober von 30.000 auf 35.000 Euro. Er erstattet aber höchstens die Einkommensteuer und Zinsabschlagsteuer, die in Irland in den vier Jahren vor dem Antrag gezahlt wurden, und richtet sich damit an Menschen, die schon länger in Irland arbeiten.

Neu kommt eine Steuer auf verfallene Gebäude. Sie beträgt 7 Prozent des selbst geschätzten Werts und gilt im ersten Jahr in 107 Städten mit mindestens 4.000 Einwohnern, im zweiten Jahr in 171 Orten ab 2.000 Einwohnern. Die Gemeinden erfassen die Gebäude 2027, die vorläufigen Register erscheinen am 1. September 2027, die erste Zahlung ist am 23. Juni 2028 fällig. Wer im Südosten ein altes Haus zum Sanieren kauft, sollte wissen, dass eine Sanierung genau der Weg ist, auf dem Eigentümer die neue Steuer vermeiden sollen.

Für Familien mit kleinen Kindern ist eine Zahl aus der Rede von Jack Chambers die wichtigste. Die Höchstgebühr, die Eltern für die Kinderbetreuung zahlen, sinkt von 735 auf 550 Euro im Monat für Kinder bis einschließlich Senior Infants, des zweiten Jahrs der Grundschule, eine Ersparnis von 2.220 Euro je Kind und Jahr. Die Studiengebühr sinkt dauerhaft um 150 Euro.

Und beim Heizen gibt es Entlastung. Die CO2-Steuer auf Heizöl und Erdgas sinkt auf 48,50 Euro je Tonne und soll nach den Tax Policy Changes bis 2030 auf diesem Stand bleiben. Die Erhöhung auf Kraftstoffe wird auf den 1. Mai 2027 verschoben, die gesenkten Mineralölsteuern auf Benzin und Diesel gelten bis zum 28. Februar 2027 und werden bis Ende Juni 2027 schrittweise zurückgeführt.

Für Zuziehende mit Auto zählt eine Zeile zur Zulassungssteuer VRT: Ab 1. Januar 2027 steigen die Sätze für Autos mit mehr als 80 Gramm CO2 je Kilometer laut Ministerium um 1 Prozent, die Entlastung für Elektroautos läuft zwei Jahre länger bis Ende 2028. Wann ein mitgebrachtes Auto beim Umzug von der VRT befreit ist, steht unter Auto nach Irland.

Was unverändert bleibt: SARP und die Remittance-Basis

Zwei Regeln, die für viele Zuziehende wichtiger sind als jede Bandgrenze, kommen in den Tax Policy Changes nicht vor.

Das Special Assignee Relief Programme, kurz SARP, bleibt so, wie es der Finance Act 2025 gefasst hat. Revenue hat mit dem Haushalt seinen Jahresbericht zu SARP veröffentlicht. Danach gilt für Arbeitnehmer, die zwischen 2026 und 2030 von ihrem Arbeitgeber nach Irland entsandt werden: Mindestgehalt 125.000 Euro, und 30 Prozent des Einkommens über 125.000 Euro sind von der Einkommensteuer befreit, bis zu einer Obergrenze von einer Million Euro. USC fällt auf den befreiten Teil trotzdem an. 2024 nutzten 2.658 Personen bei 599 Arbeitgebern die Regel, Kosten für den Staat 55,3 Millionen Euro. Die Bedingungen im Einzelnen stehen unter SARP.

Die Besteuerung nach dem Überweisungsprinzip für nicht domizilierte Personen erwähnt das Dokument ebenfalls nicht. Wer mit Einkünften und Vermögen außerhalb Irlands zuzieht, plant also weiter mit den Regeln, die schon vor dem Budget galten; die Mechanik steht unter Non-Dom in Irland.

Und zu Hause: wie Deutschland, Österreich und die Schweiz Kapitalgewinne und Erbschaften besteuern

Die beiden Senkungen bei Kapitalertragsteuer und Erbschaftsteuer laden zum Vergleich ein. Er fällt nicht so aus, wie viele erwarten.

Bei Kapitalgewinnen bleibt Irland auch mit 31 Prozent teurer als jedes der drei Herkunftsländer. In Deutschland gilt für Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 32d EStG ein Satz von 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. In Österreich liegt der besondere Steuersatz nach § 27a EStG 1988 bei 27,5 Prozent, für Sparbuchzinsen bei 25 Prozent. In der Schweiz sind Kapitalgewinne aus Privatvermögen nach Art. 16 Abs. 3 DBG steuerfrei.

Bei Erbschaften liegt Irland jetzt knapp über dem deutschen Freibetrag für Kinder. Deutschland stellt nach § 16 ErbStG je Kind und Elternteil 400.000 Euro frei, und nach § 14 ErbStG werden nur Erwerbe innerhalb von zehn Jahren zusammengerechnet; Irland ab sofort 420.000 Euro, gerechnet über das ganze Leben. Österreich erhebt keine Erbschafts- und Schenkungssteuer, bei Grundstücken fällt aber Grunderwerbsteuer an und Schenkungen sind meldepflichtig. In der Schweiz erhebt der Bund keine Erbschaftssteuer; die Kantone, mit Ausnahme von Schwyz und Obwalden, tun es, befreien laut dem Steuerdossier der ESTV aber Ehegatten und in der Regel die direkten Nachkommen oder belasten sie nur sehr gering.

Wer aus Österreich oder der Schweiz kommt, zieht damit beim Erben in ein Land mit einer echten Steuer auf das Familienvermögen. Für Deutsche ist der Abstand klein, für Österreicher und Schweizer ist er grundsätzlich.

Wann was gilt

Viele Maßnahmen wirken zu unterschiedlichen Terminen, und für die Planung zählt der Termin mehr als die Schlagzeile. Ab dem 7. Oktober 2026 gelten die niedrigere Kapitalertragsteuer, die höheren Freibeträge bei Erbschaften und Schenkungen und der höhere Help-to-Buy-Zuschuss. Ab dem 1. Januar 2027 gelten die neuen Steuerbänder, Absetzbeträge, die USC-Grenze und die Fondssteuer von 35 Prozent. Am 1. Juli 2027 startet das Investment Account, am 1. Oktober 2027 steigt die PRSI erneut.

Gesetz wird das meiste mit dem Finance (No. 2) Bill 2026, das die Tax Policy Changes für mehrere Punkte ausdrücklich nennen, darunter das Investment Account, die Steuer auf verfallene Gebäude und die Fondssteuer für börsengehandelte irische Fonds. Für eine Familie, die 2027 zieht, heißt das vor allem: Mit den neuen Bändern und Absetzbeträgen lässt sich ab sofort rechnen, beim Verkauf von Wertpapieren vor oder nach dem Zuzug lohnt der Blick auf den Stichtag, und bei Erbschaften und Vermögen bleibt die wichtigste Frage die nach dem Wohnsitz, nicht nach dem Freibetrag.

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