Perspektive Ausland, 20.05.2026
Steuern
Non-Dom, ohne Marketing erklärt
Die Mechanik hinter dem meistgebrauchten Wort der Irland-Werbung, einschließlich der Stellen, an denen sie scheitert.

Kaum ein Begriff wird in der Auswanderer-Werbung so oft benutzt und so selten erklärt wie Non-Dom. Wenn Du diese Seite gelesen hast, verstehst Du, was dahintersteckt, und zwar genau genug, um die richtigen Fragen zu stellen. Die große Einordnung, was das für eine Familie mit Kapital bedeutet, steht auf der Steuern-Übersicht; hier geht es in die Mechanik.
Wer non-dom ist

Das irische Steuerrecht unterscheidet zwei Dinge, die im deutschen Denken zusammenfallen: wo Du wohnst, und wo Du hingehörst. Die Ansässigkeit, residence, hängt an Deinen Tagen im Land und entscheidet, ob Irland Dich überhaupt besteuert. Das Domizil, domicile, ist etwas anderes: das Land, das Dein dauerhaftes Zuhause ist. Jeder Mensch bekommt mit der Geburt ein Herkunftsdomizil, und es wechselt nicht durch einen Umzug, sondern erst durch die Absicht, für immer zu bleiben.
Daraus folgt die Ausgangslage, die diese ganze Säule trägt: eine Familie aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, die nach Irland zieht, wird dort steuerlich ansässig, behält aber zunächst ihr ausländisches Domizil. Sie ist resident und non-domiciled, kurz Non-Dom. Das ist kein Antrag, kein Status, den man kauft, und keine Gestaltung, sondern die normale Rechtsfolge eines Zuzugs. Ob sie in Deinem Einzelfall trägt, hängt an Deinen Umständen und gehört fachlich geprüft; die Grundregel ist so einfach, wie sie klingt.
Was die Remittance Basis steuert

Für einen Non-Dom besteuert Irland ausländische Einkünfte und ausländische Gewinne grundsätzlich erst dann, wenn sie nach Irland gebracht, also remittiert werden. Was draußen liegt und draußen bleibt, bleibt außerhalb des irischen Zugriffs. Das ist die Remittance Basis, und ihre zwei Eigenschaften machen sie für eine Familie mit Kapital so bemerkenswert.
Erstens: sie kostet nichts. Anders als im alten britischen System gibt es keine jährliche und keine einmalige Gebühr für ihre Nutzung. Zweitens: sie läuft nicht ab. Kein Vierjahresfenster, kein Fünfzehnjahres-Cliff, kein Datum, an dem das System Dich fallen lässt. Sie ist open-ended, und für eine Familie, die bleiben will, bis die Kinder erwachsen sind und vielleicht darüber hinaus, ist genau das der Punkt.
Die Kehrseite steht im selben Satz: entscheidend ist der Moment der Remittance. Und der sieht im Alltag unspektakulärer aus, als die meisten denken.
Was alles eine Remittance ist

Die Überweisung vom ausländischen auf das irische Konto erkennt jeder als Remittance. Die Fälle, die Familien überraschen, sind die anderen:
| Vorgang |
|---|
| Überweisung von einem ausländischen auf ein irisches Konto |
| Zahlung in Irland mit einer Karte, die auf ein ausländisches Konto läuft |
| Bargeldabhebung an einem irischen Automaten von einem ausländischen Konto |
Entscheidend ist die wirtschaftliche Verwendung in Irland, nicht die Form des Vorgangs.
Quelle: Revenue-Leitlinien in der Wiedergabe mehrerer irischer Steuerberatungen. Sekundär. Stand: abgerufen 22. August 2026.
Der Kaffee, bezahlt mit der deutschen Kreditkarte, kann eine Remittance sein. Der Wocheneinkauf. Das Bargeld aus dem Automaten in Wexford, gezogen vom Schweizer Konto. Nichts davon verbietet Dir, ausländische Karten zu benutzen; alles davon heißt, dass Du wissen musst, welches Geld hinter der Karte liegt. Genau dort beginnt die Planung, und sie beginnt vor dem Umzug.
Das gemischte Konto

Der teuerste Strukturfehler hat einen unscheinbaren Namen: das gemischte Konto. Wer Altvermögen, laufende ausländische Einkünfte und neue Gewinne auf demselben ausländischen Konto führt, kann später nicht mehr sauber trennen, was bei einer Überweisung nach Irland eigentlich fließt: steuerfreies Altkapital oder steuerpflichtige Einkünfte. Auf dem Kontoauszug sieht alles gleich aus. Steuerlich ist es das nicht.
Deshalb ist die Kontenordnung vor dem Umzug wertvoller als jede Optimierung danach. Solange Du noch nicht in Irland lebst, kannst Du festlegen, welches Konto welches Geld trägt und aus welchem Topf Dein irisches Leben bezahlt wird. Nach dem Umzug lässt sich die Historie eines Kontos nicht mehr rückwirkend sortieren. Es ist der eine Ratschlag dieser Seite, der nichts kostet und am meisten spart.
Was Non-Dom nicht ist

Damit die Geschichte glaubwürdig bleibt, gehören die Grenzen auf dieselbe Seite wie der Vorteil.
Non-Dom macht Irland nicht zum Nullsteuerland. Irisches Einkommen bleibt irisch besteuert, und die irische Einkommensteuer ist hoch; wer sein gesamtes Arbeitseinkommen künftig in Irland verdient, hat vom Non-Dom-Status wenig. Ausländische Fonds und ETFs haben ihre eigene, unangenehme irische Besteuerung, die auf der Übersicht offen beschrieben ist. Und ab dem sechsten Jahr greift die irische Erbschaft- und Schenkungsteuer auf das Weltvermögen zu, was die Seite zur 33-Prozent-Falle im Detail zeigt.
Ob die Remittance Basis für Deine Familie trägt, entscheidet sich also nicht am Begriff, sondern an der Zusammensetzung Deines Vermögens und an der Frage, welches Geld Dein irisches Leben bezahlen soll. Genau das ist die Rechnung, die wir im Gespräch aufmachen, bevor Du umziehst.
Weiter in Steuern
Aus dem Podcast
Sebastian im Video
Perspektive Ausland, 03.08.2025
Steuerfrei Leben in Irland? So funktioniert der Non-Dom-Status wirklich!
Der erste Schritt ist ein Gespräch
Eine Stunde, in der Deine Lage sortiert wird und Du weißt, was zu tun ist.