Die Zahl hat diesmal einen klaren Haupttreiber, und er trifft genau die Jahreszeit, in der viele Familien ihren Umzug planen oder ihren ersten Winter in Irland vor sich haben: Heizöl war im September 58,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Das CSO hat dazu am selben Tag eine eigene Auswertung vorgelegt.
Die irischen Zahlen vom 8. Oktober
Die Details stehen in der Veröffentlichung des CSO zum September 2026. Von August auf September stiegen die Preise um 0,2 Prozent; im September des Vorjahres waren sie im selben Monat um 0,2 Prozent gefallen. Ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel lag die Teuerung bei 3,1 Prozent.
Wie schon im Juli und August ist keine der 13 Warengruppen billiger geworden als vor einem Jahr. Vor Juli 2026 hatte es das nach Angaben des Amts in keinem einzigen Monat gegeben, auch nicht in den Jahren der hohen Inflation 2022 und 2023. Die Spannweite ist trotzdem groß:
| Warengruppe | Veränderung zum September 2025 |
|---|---|
| Wohnen, Wasser, Strom, Gas, Brennstoffe | +9,5 % |
| Bildung | +8,9 % |
| Verkehr | +7,5 % |
| Versicherungen und Finanzdienstleistungen | +5,2 % |
| Restaurants und Unterkunft | +3,5 % |
| Bekleidung und Schuhe | +3,3 % |
| Gesundheit | +1,8 % |
| Lebensmittel und alkoholfreie Getränke | +0,4 % |
| Alle Waren und Dienstleistungen | +4,1 % |
Quelle: CSO, Consumer Price Index September 2026, Tabelle 2, veröffentlicht am 8. Oktober 2026. Stand: 8. Oktober 2026.
Allein die Gruppe Wohnen und Energie trug 1,47 Prozentpunkte zur Teuerung bei, der Verkehr 0,83 und die Gastronomie 0,71. Die Bildung steigt, weil die Kosten der Hochschulbildung seit Oktober 2025 höher sind; beim Verkehr nennt das CSO Diesel, Benzin und Flugpreise. Lebensmittel dagegen sind kaum teurer geworden. Bei einigen Grundnahrungsmitteln sanken die Durchschnittspreise sogar, ein Pfund Butter etwa um 57 Cent.
Zwei Messungen, und warum die irische höher liegt
Irland veröffentlicht jeden Monat zwei Teuerungsraten. Der nationale Verbraucherpreisindex, kurz CPI, enthält die Zinsen für Hypotheken; der harmonisierte Index der EU, kurz HICP, enthält sie nicht. Weil die Hypothekenzinsen in Irland gerade deutlich steigen, liegt der CPI über dem HICP, im September um 0,3 Prozentpunkte. Für den Vergleich mit Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der harmonisierte Index der fairere, weil alle EU-Länder ihn nach derselben Methode rechnen.
| Monat 2026 | CPI | HICP |
|---|---|---|
| Mai | +3,6 % | +3,5 % |
| Juni | +3,4 % | +3,2 % |
| Juli | +3,4 % | +3,1 % |
| August | +3,7 % | +3,4 % |
| September | +4,1 % | +3,8 % |
Quelle: CSO, Consumer Price Index September 2026, Kopftabelle, Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat. Stand: 8. Oktober 2026.
Der Verlauf zeigt, dass die Teuerung nach einem leichten Rückgang im Frühsommer seit Juli wieder anzieht. Ein Jahr zuvor, im September 2025, lag sie noch bei 2,7 Prozent. Die Waren verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent, die Dienstleistungen um 4,3 Prozent. Ohne die Hypothekenzinsen läge die nationale Rate bei 3,9 Prozent.
Was in der Gruppe Wohnen steckt
Hinter den 9,5 Prozent stehen sehr verschiedene Posten, und für eine zuziehende Familie lohnt es sich, sie einzeln anzusehen. Die Zahlen stammen aus Tabelle 7 der Veröffentlichung:
| Posten | Veränderung zum September 2025 |
|---|---|
| Heizöl | +58,6 % |
| Strom | +8,1 % |
| Gas aus dem Netz | +2,2 % |
| Feste Brennstoffe (Kohle, Torf, Briketts) | +1,3 % |
| Private Mieten | +4,7 % |
| Hypothekenzinsen | +10,2 % |
| Müllabfuhr | +8,0 % |
Quelle: CSO, Consumer Price Index September 2026, Tabelle 7. Stand: 8. Oktober 2026.
Drei Dinge fallen auf. Heizöl ist der mit Abstand größte Ausreißer, Strom steigt deutlich, Gas aus dem Netz dagegen kaum. Die privaten Mieten legen mit 4,7 Prozent zu, ein Wert, der für Zuziehende ohne eigenes Haus besonders zählt, weil gerade die Übergangsmiete in den ersten Monaten anfällt. Und die Hypothekenzinsen liegen 10,2 Prozent höher als vor einem Jahr. Wer in Irland mit Kredit kauft, spürt das; wer bar kauft, nicht.
Bei den Mieten lohnt ein zweiter Blick. Die privaten Mieten stiegen von August auf September allein um 0,9 Prozent, die Mieten der Gemeinden um 2,6 Prozent und binnen Jahresfrist um 12,7 Prozent. Für Dich zählt vor allem die erste Zahl. Die meisten zuziehenden Familien mieten in den ersten Monaten, bis das eigene Haus gefunden und gekauft ist, und gerade diese Übergangsmiete wird teurer, während das Angebot knapp bleibt. Wer die Suche nach einer Mietwohnung mit Vorlauf plant, spart mehr als jede Verhandlung über den Preis. Warum der Mietmarkt im ganzen Land so leer ist und wie Du trotzdem fündig wirst: Wohnung mieten in Irland.
Heizöl auf dem höchsten Stand seit Beginn der Reihe
Die Auswertung des CSO zu Kraftstoffen und Heizöl zeigt, wie außergewöhnlich die Lage ist. Von August auf September stieg der Heizölpreis um 7,2 Prozent. Der Preisindex für Heizöl lag im September auf dem höchsten Stand seit April 2026, und der April war der höchste Stand, seit das CSO im November 1996 begonnen hat, diese Reihe zu veröffentlichen. Im April lag der Anstieg gegenüber dem Vorjahr bei 80,4 Prozent.
Heizöl allein trug im September 0,45 Prozentpunkte zur gesamten Teuerung bei, Diesel 0,34 und Benzin 0,26. Ein Liter Diesel kostete im Landesdurchschnitt 2,06 Euro, 37 Cent mehr als im September 2025; Benzin 1,96 Euro, 24 Cent mehr. Diesel war damit 22 Prozent teurer als vor einem Jahr, der größte Anstieg seit November 2022, Benzin 14 Prozent. Im August hatten Heizöl, Diesel und Benzin zusammen noch 0,74 Prozentpunkte zur Teuerung beigetragen, im September waren es 1,05. Wer auf dem Land wohnt und Schulweg, Einkauf und Arzt mit dem Auto erledigt, für den ist der Kraftstoffpreis kaum weniger wichtig als der Heizölpreis, erst recht mit zwei Autos in der Familie. Einen Durchschnittspreis für Heizöl veröffentlicht das CSO nicht. Das Amt weist außerdem darauf hin, dass die Preise zwischen dem 7. und 15. September erhoben wurden und sich danach weiter bewegen konnten.
Wer in Irland mit Öl heizt
Für Deine Planung ist die entscheidende Frage nicht, wie stark Heizöl steigt, sondern ob Dein künftiges Haus damit heizt. Die Gebäudeenergieausweise des CSO für das zweite Quartal 2026 geben einen Anhaltspunkt. Unter den Wohnungen und Häusern mit Energieausweis heizen 34 Prozent hauptsächlich mit Gas aus dem Netz, ebenso 34 Prozent mit Heizöl und 26 Prozent mit Strom.
Eine Wärmepumpe stand in 15 Prozent der bewerteten Gebäude, in Häusern, die seit 2020 gebaut wurden, aber in 84 Prozent. Von allen Gebäuden, die seit 2009 einen Energieausweis bekommen haben, erreichten 18 Prozent die Klassen A0 oder A, 18 Prozent B und 31 Prozent C.
Daraus folgt eine einfache Arbeitsteilung beim Hauskauf. Ein Neubau oder ein sanierter Altbau mit Wärmepumpe hängt am Strompreis, ein älteres Haus mit Ölkessel am Heizölpreis. Wer im ländlichen Südosten ein älteres Bauernhaus oder ein Haus aus den Neunzigern kauft, sollte den Energieausweis und die Heizungsart so ernst nehmen wie den Kaufpreis. Die Schritte vom Angebot bis zur Übergabe stehen unter Haus kaufen in Irland.
Etwas Entlastung kommt aus dem Haushalt. In den Tax Policy Changes zum Budget 2027 steht, dass die CO2-Steuer auf Kerosin, also Heizöl, und auf Erdgas auf 48,50 Euro je Tonne gesenkt wird und bis 2030 auf diesem Stand bleibt. Gegen einen Anstieg von fast 60 Prozent beim Ölpreis selbst ist das ein kleiner Hebel, aber er wirkt in die richtige Richtung. Was das Budget sonst für Zuziehende ändert: Budget 2027.
Und zu Hause: Deutschland, Österreich, Schweiz
Der Ölpreis ist kein irisches Phänomen. Alle drei Herkunftsländer melden für September dieselbe Richtung beim Heizöl, aber sehr unterschiedliche Ergebnisse beim Strom.
| Land | Teuerung September 2026 | Harmonisierter Index | Heizöl | Strom |
|---|---|---|---|---|
| Irland | +4,1 % | +3,8 % | +58,6 % | +8,1 % |
| Deutschland | +3,3 % | +3,3 % | +74,9 % | −5,5 % |
| Österreich | +3,6 % | +3,6 % | +63,1 % | −9,3 % |
| Schweiz | +1,0 % | nicht ausgewiesen | gestiegen | nicht ausgewiesen |
Quelle: CSO (8. Oktober 2026), Destatis (13. Oktober 2026), Statistik Austria (16. Oktober 2026), Bundesamt für Statistik (1. Oktober 2026). Alle Werte: Veränderung gegenüber September 2025. Stand: 16. Oktober 2026.
Deutschland: Das Statistische Bundesamt meldet 3,3 Prozent, den höchsten Wert seit Dezember 2023. Energie war 14,9 Prozent teurer, leichtes Heizöl sogar 74,9 Prozent, Kraftstoffe 37,1 Prozent. Strom, Erdgas und Fernwärme lagen dagegen unter dem Vorjahr, nach Angaben des Amts teilweise wegen der Entlastungen der Bundesregierung seit Jahresbeginn.
Österreich: Statistik Austria meldet 3,6 Prozent. Heizöl stieg um 63,1 Prozent, Gas um 11,8 Prozent, Treibstoffe um 34,8 Prozent; Strom war 9,3 Prozent billiger, weil die gesenkten Abgaben seit Jänner 2026 weiter dämpfen. Ohne Treibstoffe und Heizöl läge die Inflation laut Statistik Austria bei 2,4 Prozent. Die Mieten stiegen um 4,1 Prozent.
Schweiz: Das Bundesamt für Statistik meldet für September stabile Preise im Monat und 1,0 Prozent Teuerung zum Vorjahr. Heizöl, Benzin und Diesel wurden auch dort teurer, andere Preise gingen zurück und glichen das aus.
Was der Vergleich zeigt: Beim Heizöl liegt Irland im Mittelfeld, beim Strom ist es das teure Land. Während Deutschland und Österreich den Strompreis über Abgaben gesenkt haben, steigt er in Irland um 8,1 Prozent. Wer aus der Schweiz kommt, zieht aus einem Land mit sehr niedriger Teuerung in eines mit der höchsten der vier. Wer aus Deutschland oder Österreich kommt, findet in Irland beim Heizöl ähnliche Sprünge wie zu Hause, beim Strom aber die umgekehrte Richtung.
Was die Zahlen für eine Familie im Südosten heißen
Für den ersten Winter in Irland folgt daraus eine nüchterne Rechnung. Die größte Unbekannte in Deinem Haushaltsbudget ist die Heizung, und sie hängt fast ganz davon ab, welches Haus Du wählst. Ein Haus mit Ölheizung ist in diesem Herbst deutlich teurer zu betreiben als vor einem Jahr; ein Neubau mit Wärmepumpe hängt am Strom, der ebenfalls steigt, aber weit weniger. Wer kauft, sollte den Energieausweis vor der Besichtigung verlangen. Wer mietet, sollte die Heizungsart vor der Unterschrift klären. Und wer ein Haus mit Ölheizung kauft, plant den Tausch gegen eine Wärmepumpe besser gleich mit ein: In Neubauten seit 2020 ist sie mit 84 Prozent längst der Normalfall, und die CO2-Steuer auf Heizöl ist zwar bis 2030 eingefroren, der Ölpreis selbst aber nicht.
Zweitens das Klima. Wie viel Du heizt, hängt neben dem Haus vom Winter ab, und der irische Winter ist ein anderer als der in Innsbruck, Graubünden oder im Bayerischen Wald. Wie er tatsächlich aussieht, mit Temperaturen und Niederschlag: Klima in Irland.
Drittens die Gesamtrechnung. Im August lag die Teuerung bei 3,7 Prozent, jetzt bei 4,1 Prozent, und der Anstieg kommt fast vollständig aus Energie, Miete und Hypothekenzinsen. Eine Familie, die bar kauft und ein Haus mit guter Energieklasse wählt, ist von zwei dieser drei Treiber kaum betroffen. Wo Irland im Alltag sonst teurer oder günstiger ist als Deutschland, Österreich und die Schweiz: Lebenshaltungskosten in Irland.
Quellen
- Central Statistics Office, Consumer Price Index September 2026, veröffentlicht am 8. Oktober 2026, Tabellen 1, 2, 3 und 7.
- Central Statistics Office, Focus on Fuel and Home Heating Costs September 2026, 8. Oktober 2026.
- Central Statistics Office, Domestic Building Energy Ratings Quarter 2 2026, 26. August 2026.
- Department of Finance, Budget 2027 Tax Policy Changes, Abschnitt 5.1 (CO2-Steuer).
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 364: Inflationsrate im September 2026 bei +3,3 %, 13. Oktober 2026.
- Statistik Austria, Inflation im September 2026 bei 3,6 %, Pressemitteilung vom 16. Oktober 2026.
- Bundesamt für Statistik, Die Konsumentenpreise sind im September stabil geblieben, 1. Oktober 2026.
