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Immobilien

Wie der Hauskauf in Irland abläuft

Fünf Schritte, zwei Solicitors, kein Notar: das Verfahren, bevor Du Dich in ein Haus verliebst.

Ein älteres, langgestrecktes Landhaus hinter einer Hecke; Obergeschoss, Schieferdach und Schornsteine sind zu sehen, dahinter Bäume und Felder.

Ein Haus in einem fremden Rechtssystem zu kaufen fühlt sich nach einem größeren Risiko an, als es ist. Das irische Verfahren ist nicht komplizierter als das deutsche, es ist anders sortiert, und die Unterschiede liegen genau an den Stellen, an denen deutsche Käufer ihre Gewissheiten haben. Wer sie kennt, kauft entspannt. Wer sie nicht kennt, wundert sich mitten im Verfahren über Dinge, die in Irland völlig normal sind.

Der Ablauf in fünf Schritten

Eine kleine Flussstadt vom gegenüberliegenden Ufer: Häuser mit Schieferdächern staffeln sich einen Hang hinauf, davor eine steinerne Kaimauer im stillen Wasser.
Vom Angebot zur Übergabe
SchrittWas passiertDauer
Sale agreedAngebot angenommen, Buchungsanzahlung an den Makler. Bis zur Vertragsunterschrift rückzahlbar.Objekt bleibt meist drei bis vier Wochen vom Markt
SolicitorKaufvertrag wird zwischen den Solicitors ausgetauscht und geprüft.zwei bis vier Wochen
SurveyBausachverständigengutachten. Nicht vorgeschrieben, aber der einzige Weg, Feuchte und Substanz vor der Bindung zu prüfen.drei bis sechs Wochen
VertragUnterschrift, Anzahlung über den eigenen Solicitor.binnen 28 Tagen
ClosingAbschluss und Übergabe.vier bis sechs Wochen nach Vertragsaustausch

Üblicher Gesamtrahmen von sale agreed bis zum Abschluss: acht bis zwölf Wochen; der Berufsverband IPAV nennt im Schnitt 10,4 Wochen.

Quelle: CCPC (staatliche Verbraucherbehörde), „Buying a home, step by step"; Gesamtdauer im Schnitt 10,4 Wochen laut IPAV. Stand: abgerufen 22. August 2026.

Der Rhythmus ist also überschaubar: ein angenommenes Angebot heißt sale agreed, dann arbeiten die Anwälte beider Seiten den Vertrag aus, parallel prüft Dein Gutachter das Haus, dann wird unterschrieben und einige Wochen später übergeben. Zwei bis drei Monate, in denen Du wenig tun musst und viel prüfen lassen solltest.

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Kein Notar, sondern zwei Solicitors

Zwei verwitterte Holzstühle einander zugewandt an einem Gartentisch unter einem alten Baum, weiches geflecktes Licht.

Der größte Systemunterschied zum deutschen Kauf: im irischen Verfahren gibt es keine neutrale Urkundsperson, die zwischen den Parteien steht. Stattdessen hat jede Seite ihren eigenen Solicitor, einen Anwalt, der ausschließlich die eigene Seite vertritt. Dein Solicitor prüft den Vertrag, die Eigentumslage und die Lasten für Dich, nicht für beide.

Daraus folgt der zweite Unterschied, und der überrascht deutsche Käufer am meisten: sale agreed ist keine Bindung. Die Buchungsanzahlung an den Makler ist bis zur Vertragsunterschrift rückzahlbar, und verbindlich wird das Geschäft erst mit dem Austausch der unterschriebenen Verträge. Das schützt Dich, denn Du kannst nach einem schlechten Gutachten ohne Verlust aussteigen. Und es gilt in beide Richtungen: bis zur Unterschrift ist auch der Verkäufer nicht gebunden. Zwischen sale agreed und Vertrag liegt deshalb die Phase, in der Dein Solicitor und Dein Gutachter zügig arbeiten sollten, nicht gemächlich.

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Der Survey ist Deine Absicherung

Nahaufnahme verwitterter Schieferplatten mit Moos und Flechten, dahinter unscharf ein alter Schornstein im Regenlicht.

Der dritte Unterschied: das Bausachverständigengutachten, der Survey, ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Niemand zwingt Dich dazu. Genau deshalb steht hier der deutlichste Rat dieser Seite: kauf kein irisches Haus ohne Survey.

Der Grund ist der Baubestand, und hier gehört das ehrliche Wort hin: viele Häuser der Region sind älter, und ein irisches Haus lebt in einem Klima, das Feuchtigkeit zur Dauerfrage macht. Feuchte Wände, Dämmung, Dach und Substanz sind genau die Punkte, die ein Besichtigungstermin bei Regenpause nicht zeigt und ein Gutachter sehr wohl. Der Survey ist der einzige Moment im Verfahren, in dem jemand das Haus ausschließlich in Deinem Auftrag ansieht, und er fällt in die Wochen, in denen Du noch ohne Verlust aussteigen kannst.

Ein schlechter Survey ist übrigens selten das Ende: er ist eine Verhandlungsgrundlage. Wer weiß, was das Dach kostet, verhandelt anders über den Preis.

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Was Du als Käufer aus dem Ausland anders machst

Eine ruhige Küstenstraße fällt zu einem fernen Hafenort ab, Telegrafenmasten am Rand, dahinter flaches Land und graugrüne See.

Das Verfahren selbst ist für Iren und Ausländer dasselbe; es gibt keine Beschränkung für den Erwerb durch EU-Bürger. Was sich unterscheidet, ist Deine Startposition, und die kannst Du vorbereiten.

Erstens: beauftrage Deinen Solicitor, bevor Du bietest, nicht danach. Zwischen sale agreed und Vertrag zählt Geschwindigkeit, und ein Solicitor, der erst gesucht werden muss, kostet Wochen. Zweitens: halte Deinen Finanzierungsnachweis bereit. Ein Käufer, der zeigen kann, dass sein Geld verfügbar ist, wird vom Makler anders behandelt als einer, der es erst noch klären muss; als Barkäufer bist Du hier im Vorteil, und was für finanzierende Käufer gilt, steht unter Finanzierung. Drittens: rechne die Nebenkosten von Anfang an mit; sie sind überschaubar, aber nicht null, und sie stehen unter Nebenkosten vollständig beziffert.

Und zuletzt die Ortsfrage: welches Haus in welchem Ort für welches Budget realistisch ist, zeigt die Seite zu den Preisen mit den amtlichen Medianen der Region.

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Der erste Schritt ist ein Gespräch

Eine Stunde, in der Deine Lage sortiert wird und Du weißt, was zu tun ist.

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