Einkommensteuer, USC und PRSI
Auf ein irisches Gehalt fallen drei Abgaben, und nur eine davon heisst Einkommensteuer. Wer die anderen beiden weglässt, rechnet sich Irland um mehrere tausend Euro im Jahr schön.
Drei Abgaben, nicht eine
Wenn in einem Gespräch über Irland ein Steuersatz fällt, ist meistens die Einkommensteuer gemeint. Sie ist aber nur der erste von drei Posten. Daneben stehen der Universal Social Charge, kurz USC, und die Sozialversicherung PRSI. Alle drei greifen auf dasselbe Arbeitseinkommen zu, alle drei werden bei Angestellten über das PAYE-Verfahren einbehalten, und alle drei zusammen ergeben erst die Zahl, die Dich interessiert.
Diese Seite nimmt die drei Abgaben einzeln auseinander und rechnet sie danach zusammen. Sie beantwortet nicht die Frage, ob Irland für Deine Familie steuerlich gut ausgeht: Das hängt an Deiner Non-Dom-Position und daran, woher Dein Geld kommt, und nicht am Tarif auf ein Gehalt.
Die Einkommensteuer: zwei Sätze und ein Band
Irland kennt nur zwei Steuersätze: 20 Prozent bis zu einer Grenze und 40 Prozent darüber. Diese Grenze heisst standard rate cut-off point, und ihre Höhe hängt an Deiner Familienlage. Für eine alleinstehende Person liegt sie 2026 bei 44.000 €.
Bemerkenswert ist weniger die Höhe als die Steilheit. In Deutschland wächst der Grenzsteuersatz über eine lange Progressionszone. In Irland springt er an einem einzigen Punkt von 20 auf 40 Prozent. Wer knapp über der Grenze verdient, spürt das sofort.
| Lage | Bis hierhin 20 Prozent |
|---|---|
| Alleinstehend | 44.000 € |
| Ehepaar mit einem Einkommen | 53.000 € |
| Ehepaar mit zwei Einkommen | bis 88.000 € |
| Alleinerziehend | 48.000 € |
Beim Ehepaar mit zwei Einkommen erhöht sich das Band des einen Partners um höchstens 35.000 €, und zwar nur, soweit der andere Partner es selbst nutzt. Übertragbar ist es nicht. Budget 2026 hat Sätze, Bänder und die geläufigen Absetzbeträge unverändert gelassen.
Quelle: Revenue, „Tax rates, bands and reliefs" (Übersichtstabellen 2022 bis 2026), revenue.ie. Stand: abgerufen 24. August 2026.
Der zweite Unterschied zum deutschen System ist die Technik der Entlastung. Irland arbeitet nicht mit Freibeträgen, die vom Einkommen abgezogen werden, sondern mit tax credits, die von der fertig berechneten Steuer abgehen. Eine alleinstehende angestellte Person hat 2026 zwei davon: 2.000 € als Grundabsetzbetrag und 2.000 € als Arbeitnehmerabsetzbetrag. Zusammen 4.000 €, die unabhängig vom Einkommen wirken. Selbständige haben statt des Arbeitnehmerabsetzbetrags den earned income credit in gleicher Höhe.
Der Universal Social Charge
Der USC ist 2011 als Krisenabgabe eingeführt worden und seither geblieben. Er ist eine eigene Steuer neben der Einkommensteuer, mit eigenen Bändern und ohne die Absetzbeträge des Tarifs.
Wichtig ist seine Eintrittsschwelle. Die 13.000 Euro sind eine Freigrenze, kein Freibetrag: Wer darüber liegt, zahlt USC auf das gesamte Einkommen. Wer also 13.000 € verdient, zahlt keinen USC; wer wenige Euro mehr verdient, zahlt ihn auf alles.
| Einkommensteil | Satz |
|---|---|
| Die ersten 12.012 € | 0,5 Prozent |
| Bis 28.700 € | 2 Prozent |
| Bis 70.044 € | 3 Prozent |
| Darüber | 8 Prozent |
Das Zwei-Prozent-Band wurde zum 1. Jänner 2026 um 1.318 Euro auf 28.700 Euro verbreitert. Selbständige zahlen auf Einkünfte über 100.000 € zusätzlich 3 Prozent USC.
Quelle: Revenue, „Tax rates, bands and reliefs"; Bandbreite 2026 aus den Budget-2026-Übersichten von KPMG Irland und Grant Thornton Irland, übereinstimmend. Stand: abgerufen 24. August 2026.
Der USC ist der Grund, warum irische Belastungsrechnungen aus deutschen Foren regelmässig zu günstig ausfallen: Er taucht in keiner Tariftabelle auf und wird beim Überschlagen gern vergessen.
PRSI: die Sozialversicherung
PRSI steht für Pay Related Social Insurance und ist die irische Sozialversicherung. Sie ist im Vergleich zu Deutschland, Österreich und der Schweiz auffällig günstig und deckt dafür deutlich weniger ab. Die irische Krankenversorgung wird nicht aus PRSI finanziert, sondern aus dem allgemeinen Haushalt, und der Zugang dazu ist eine eigene Frage, die auf der Seite Gesundheitssystem steht.
Der Satz bewegt sich seit 2024 in kleinen Schritten nach oben. Im Jahr 2026 gibt es deshalb zwei Sätze: einen bis zum 1. Oktober 2026 und einen danach.
| Beitragspflichtiger | Bis 1. Oktober 2026 | Danach |
|---|---|---|
| Angestellte, Klasse A | 4,2 Prozent | 4,35 Prozent |
| Arbeitgeber | 11,25 Prozent | 11,4 Prozent |
| Selbständige, Klasse S | 4,2 Prozent | 4,35 Prozent |
Der Arbeitgebersatz gilt ab einem Wochenverdienst von 552 €; darunter liegt er niedriger. Für die Selbstveranlagung nennt SW14 einen Mischsatz von 4,238 Prozent für das Jahr 2026; der Mindestbeitrag der Klasse S beträgt 650 €. Angekündigt ist plus 0,15 Punkte zum 1. Oktober 2027, plus 0,2 Punkte zum 1. Oktober 2028.
Quelle: Department of Social Protection, SW14 „PRSI 2026 Contribution Rates and User Guide" (Jänner 2026) und Advance Notice vom 8. Oktober 2025, gov.ie. Stand: abgerufen 24. August 2026.
Was zusammen bleibt
Zusammengerechnet ergibt sich die Zahl, die in irischen Gesprächen als Spitzenbelastung kursiert: 40 Prozent Einkommensteuer, 8 Prozent USC, dazu der PRSI-Satz der Klasse A. Das sind 52,2 Prozent bis zum 1. Oktober 2026 und 52,35 Prozent danach, jeweils auf den letzten verdienten Euro, nicht auf das ganze Einkommen.
Die durchschnittliche Belastung liegt deutlich darunter, weil die Absetzbeträge und die niedrigen Bänder zuerst greifen. Drei Punkte zur Einordnung, für eine alleinstehende angestellte Person.
| Brutto | Einkommensteuer | USC | PRSI | Netto | Quote |
|---|---|---|---|---|---|
| 40.000 € | 4.000 € | 733 € | 1.680 € | 33.587 € | 16 Prozent |
| 60.000 € | 11.200 € | 1.333 € | 2.520 € | 44.947 € | 25,1 Prozent |
| 100.000 € | 27.200 € | 4.031 € | 4.200 € | 64.569 € | 35,4 Prozent |
Eigene Rechnung aus den Sätzen der Quellenzeile. Angenommen sind der Grundabsetzbetrag und der Arbeitnehmerabsetzbetrag, keine weiteren Absetzbeträge, keine Beiträge in eine Altersvorsorge und der PRSI-Satz vor dem 1. Oktober 2026. Deine tatsächliche Belastung kann davon abweichen.
Quelle: Revenue, „Tax rates, bands and reliefs" (Sätze, Bänder und Absetzbeträge 2026); USC-Bänder 2026 aus den übereinstimmenden Budget-2026-Übersichten von KPMG Irland und Grant Thornton Irland; PRSI aus SW14 „PRSI 2026 Contribution Rates and User Guide" (Jänner 2026), gov.ie. Die Belastung selbst ist aus diesen Sätzen gerechnet. Stand: abgerufen 24. August 2026.
Wer Beiträge in eine von Revenue anerkannte Altersvorsorge leistet, senkt die Einkommensteuer, nicht aber USC und PRSI. Der abziehbare Anteil steigt mit dem Alter, und die berücksichtigungsfähigen Einkünfte sind gedeckelt.
Was das für einen Zuzug heisst
Drei Sätze, die aus dieser Seite folgen und die wir lieber am Anfang eines Gesprächs sagen als am Ende.
Erstens: Auf reines Arbeitseinkommen ist Irland kein günstiges Land. Wer sein gesamtes Einkommen künftig in Irland verdient, zahlt hier ähnlich viel wie zu Hause, und ab einer gewissen Höhe früher viel. Der Vergleich mit der deutschen Belastung steht auf der Seite Irland und Deutschland im Vergleich.
Zweitens: Der irische Vorteil liegt nicht im Tarif, sondern in der Behandlung ausländischer Einkünfte. Was die Remittance-Basis leistet und wo sie nicht greift, steht auf der Seite Non-Dom. Dass sie ausgerechnet bei Geld aus der alten Heimat begrenzt ist, steht im Fachwissen zur Remittance-Klausel.
Drittens: Im Jahr des Zuzugs gelten eigene Regeln für Arbeitseinkommen. Sie stehen auf der Seite Das Zuzugsjahr.
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