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Irland oder Deutschland: Wo bleibt Dir mehr?

Bei Gehalt ist Irland kein Steuerparadies. Bei internationalem Vermögen kann das Bild völlig anders aussehen. Hier vergleichen wir beide Systeme dort, wo es für eine zuziehende Familie wirklich relevant wird.

Warum der Vergleich schwierig ist

Wer zwei Steuersysteme nebeneinanderstellt, vergleicht selten dasselbe. Deutschland besteuert das zu versteuernde Einkommen, und das liegt regelmäßig deutlich unter dem Bruttolohn, weil Vorsorgeaufwendungen und Werbungskosten vorher abgehen. Irland besteuert im PAYE-Verfahren das Bruttogehalt und zieht danach Absetzbeträge von der Steuer ab, nicht vom Einkommen.

Dazu kommt, dass die Abgaben neben der Steuer in beiden Ländern völlig anders gebaut sind. In Deutschland sind die Sozialbeiträge nach oben gedeckelt, in Irland nicht. Ein Vergleich, der nur die Steuer zeigt, führt deshalb bei hohen Einkommen in die Irre, und ein Vergleich, der nur die Nettozahl zeigt, verschweigt, woher der Unterschied kommt.

Wir machen es deshalb zweistufig: erst die beiden Tarife, dann das, was daneben läuft. Und wir sagen bei jeder Zahl, worauf sie sich bezieht. Wer statt der Gegenüberstellung den vollständigen irischen Rahmen sucht, von der Steuerpflicht bis zu den Firmensteuern, findet ihn im Irland-Profil unseres Steueratlas.

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Die beiden Tarife nebeneinander

Der irische Tarif kennt zwei Sätze, 20 und 40 Prozent, mit einem einzigen Sprung bei 44.000 € für eine alleinstehende Person. Der deutsche Tarif steigt ab dem Grundfreibetrag von 12.348 € in zwei Progressionszonen langsam an, erreicht bei 69.879 € den Satz von 42 Prozent und bei 277.826 € den Satz von 45 Prozent.

Einkommensteuer allein, 2026
EinkommenIrland, nach AbsetzbeträgenDeutschland, § 32a EStGIrland: USC und PRSI zusätzlich
40.000 €4.000 €7.209 €2.413 €
60.000 €11.200 €14.233 €3.853 €
100.000 €27.200 €30.864 €8.231 €

Irische Werte: eigene Rechnung aus Sätzen, Bändern und Absetzbeträgen für eine alleinstehende angestellte Person, auf den Bruttolohn. Deutsche Werte: Grundtarif nach § 32a Abs. 1 EStG auf das zu versteuernde Einkommen, ohne Solidaritätszuschlag und ohne Kirchensteuer. Die beiden Bezugsgrößen sind nicht identisch, das deutsche zu versteuernde Einkommen liegt bei gleichem Bruttolohn niedriger. Die Tabelle zeigt deshalb die Form der beiden Tarife, keine Nettovergleiche.

Quelle: § 32a EStG in der Fassung ab dem Veranlagungszeitraum 2026, gesetze-im-internet.de; Sozialversicherungsrechengrössen-Verordnung 2026 vom 24. November 2025. Stand: abgerufen 24. August 2026.

Die Tabelle zeigt vor allem eines: Auf der reinen Steuerlinie ist Irland an jedem der drei Punkte günstiger. Genau dieser Blick ist es, aus dem die Behauptung entsteht, Irland sei ein Steuerparadies für Angestellte. Die vierte Spalte zeigt, warum das nicht trägt.

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Was neben der Steuer läuft

In Irland kommen zwei weitere Abgaben auf dasselbe Gehalt: der Universal Social Charge mit bis zu 8 Prozent und die Sozialversicherung PRSI mit 4,2 Prozent, ab dem 1. Oktober 2026 4,35 Prozent. Beide sind nach oben offen. Es gibt keine Bemessungsgrenze, ab der sie aufhören.

In Deutschland ist das anders herum. Die Beiträge sind höher, aber gedeckelt: In der Krankenversicherung endet die Bemessung 2026 bei 69.750 €, in der Rentenversicherung bei 101.400 €. Wer mehr verdient, zahlt darauf keine Beiträge mehr. Ab der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € kann er die gesetzliche Krankenversicherung sogar ganz verlassen.

Daraus folgt die eigentliche Struktur des Vergleichs. Im unteren und mittleren Bereich zahlt der deutsche Angestellte mehr, vor allem wegen der Sozialbeiträge. Im oberen Bereich dreht sich das Verhältnis, weil die deutschen Beiträge auslaufen und die irischen weiterlaufen.

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Wo Irland günstiger ist und wo nicht

Drei Aussagen, die aus dem Obigen folgen und die wir für belastbar halten.

Erstens: Bei kleinen und mittleren Gehältern ist Irland auf der Steuerlinie klar günstiger, und der Abstand fällt größer aus, als deutsche Leser erwarten. Das liegt an den Absetzbeträgen, die unabhängig vom Einkommen wirken.

Zweitens: Der irische Sprung von 20 auf 40 Prozent bei 44.000 € trifft Familien mit einem Verdiener härter als der deutsche Verlauf. Ein Ehepaar mit einem Einkommen hat in Irland ein Band von 53.000 €, also nur 9.000 € mehr als eine alleinstehende Person. Ein Ehegattensplitting wie in Deutschland gibt es nicht.

Drittens: Bei hohen Arbeitseinkommen verliert Irland seinen Vorsprung, weil USC und PRSI ohne Deckel weiterlaufen. Wer sein gesamtes Einkommen künftig in Irland verdient, sollte nicht mit einer spürbaren Entlastung rechnen.

Und damit zu dem Satz, der diese Seite eigentlich trägt: Der steuerliche Grund, nach Irland zu ziehen, liegt nicht im Tarif auf Arbeitseinkommen. Er liegt in der Behandlung ausländischer Einkünfte für Personen ohne irisches Domizil, und die steht auf der Seite Non-Dom. Wer keine ausländischen Einkünfte hat, findet in Irland keinen Steuervorteil, sondern ein anderes Leben.

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Was in beiden Ländern verdient wird

Zur Einordnung gehört, worauf diese Sätze treffen. Das irische Statistikamt CSO misst für das erstes Quartal 2026 einen durchschnittlichen Wochenverdienst von 1.075,58 €, das Statistische Bundesamt für 2025 einen Median der Vollzeitverdienste von 54.066 €.

Verdienste, zwei Messgrößen
LandGrößeWert
IrlandWochenverdienst im Durchschnitt, erstes Quartal 20261.075,58 €
IrlandStundenverdienst im Durchschnitt33,14 €
DeutschlandMedian der Vollzeitverdienste, 202554.066 €
DeutschlandMittelwert der Vollzeitverdienste, 202564.441 €

Die irische Zahl umfasst alle Beschäftigten, auch Teilzeit, bei durchschnittlich 32,5 bezahlten Wochenstunden. Die deutsche Zahl umfasst nur Vollzeitbeschäftigte und umfasst Sonderzahlungen. Die österreichischen Zahlen sind Bruttojahresbezüge nach § 25 EStG, einmal für alle unselbständig Erwerbstätigen, einmal nur für ganzjährig Vollzeitbeschäftigte. Die Schweizer Zahl ist ein monatlicher Bruttolohn, auf eine Vollzeitstelle standardisiert, in Franken. Vier Statistiken, vier Methoden: keine der Zahlen ist eine direkte Gegenüberstellung.

Quelle: CSO, „Earnings and Labour Costs Q4 2025 (Final), Q1 2026 (Preliminary Estimates)", veröffentlicht 26. Mai 2026; Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 113 vom 1. April 2026; Statistik Austria, „Jährliche Personeneinkommen" (Tabellenstand 12. Dezember 2025); BFS, Medienmitteilung „Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) im Jahr 2024: Erste Ergebnisse" vom 25. November 2025. Stand: abgerufen 24. August 2026, AT- und CH-Werte 26. August 2026.

Was ein irisches Gehalt nach Abzug der drei Abgaben übrig lässt, steht mit den einzelnen Posten auf der Seite Einkommensteuer, USC und PRSI. Was der Alltag in der Region kostet, steht auf der Seite Lebenshaltungskosten.

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Deutsche Dividenden: die Falle für Non-Doms

Ein Punkt gehört auf diese Seite, obwohl er nicht zum Tarifvergleich zählt, weil er jeden trifft, der deutsche Aktien behält.

Auf Dividenden deutscher Gesellschaften behält Deutschland an der Quelle 26,375 Prozent ein: 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag (§ 43a Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG und § 4 SolzG 1995). Das Abkommen lässt Deutschland davon höchstens 15 Prozent (Artikel 10 Absatz 2 Buchstabe b des Abkommens von 2011). Die Differenz von 11,375 Prozentpunkten gibt es nur auf Antrag zurück.

Und diese Rückgabe ist eine Abkommensvergünstigung. Artikel 29 begrenzt Abkommensvergünstigungen auf den nach Irland überwiesenen Teil. Wer die Dividende außerhalb Irlands liegen lässt, spart die irische Steuer und verliert die Rückgabe: die 26,375 Prozent werden endgültig. Wer sie überweist, bekommt die Rückgabe und zieht die Dividende in die irische Besteuerung. In beiden Richtungen bleibt vom Non-Dom-Vorteil auf deutschen Aktien wenig übrig.

Zwei Punkte dazu, die man kennen sollte: Deutschland: Anträge bis zum Ende des vierten Jahres nach dem Kalenderjahr, in dem die Steuer einbehalten wurde (Artikel 28 Absatz 2 des Abkommens von 2011). Und Irland rechnet die verbliebene deutsche Steuer auf die irische Steuer derselben Einkünfte an. Dieselbe Mechanik in allen drei Ländern steht mit den Sätzen auf der Seite Irland und die Schweiz im Vergleich, die Vorschrift selbst auf der Seite Das Abkommen Deutschland und Irland.

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Österreich und die Schweiz

Diese Seite vergleicht Irland mit Deutschland, und der Titel sagt das, weil ein Vergleich nur so viel wert ist wie das Land, auf das er sich bezieht.

Für Österreich gilt eine andere Tarifform: sieben Stufen von null bis 55 Prozent, jährlich an die Inflation angepasst, dazu das Jahressechstel für das 13. und 14. Gehalt. Der eigene Vergleich steht auf der Seite Irland und Österreich im Vergleich, die österreichische Seite des Umzugs im Fachwissen zum Wegzug aus Österreich und der Vertrag selbst auf der Seite Das Abkommen Österreich und Irland.

Für die Schweiz gibt es an dieser Stelle weiterhin keine dritte Spalte, und der Grund hat sich nicht geändert: Die Einkommensteuer setzt sich dort aus Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuer zusammen, und die Belastung unterscheidet sich zwischen den Kantonen so stark, dass jede Einzelzahl entweder falsch oder beliebig wäre. Was sich geändert hat, ist der Umgang damit: Seit dem 27. August 2026 steht der Bundestarif im Wortlaut, samt den Posten, die den Schweizer Fall wirklich entscheiden, auf der eigenen Seite Irland und die Schweiz im Vergleich. Was beim Wegzug aus der Schweiz steuerlich geschieht, steht im Fachwissen zum Wegzug aus der Schweiz, das Abkommen selbst auf der Seite Das Abkommen Schweiz und Irland.

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Der erste Schritt ist ein Gespräch

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