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Steuern

Budget 2027 am 6. Oktober 2026: das 8,5-Milliarden-Paket und die Posten, die Zuziehende betreffen

Morgen, am 6. Oktober, legt die irische Regierung dem Parlament den Haushalt für 2027 vor. Die einzelnen Maßnahmen kennt bis dahin niemand außerhalb der Regierung, der Rahmen aber steht seit dem Sommer fest. Wer für 2027 einen Umzug nach Irland plant, kann heute schon sauber trennen: was beschlossen ist, was auf dem Tisch liegt und was nur Vermutung wäre.

Eine junge Frau mit Kopftuch und Jeansjacke steht in einer Wiese voller gelber und weißer Wildblumen in Salthill bei Galway und lächelt über die Schulter in die Kamera, dahinter bunte Häuserreihen am Wasser.

Der Rahmen vom 22. Juli

Jedes Jahr im Sommer legen das Finanzministerium und das Ministerium für öffentliche Ausgaben ein Summer Economic Statement vor. Es nennt keine einzelnen Maßnahmen, aber es setzt die Größe des Haushalts. Für 2027 hat die Regierung ein Gesamtpaket von 8,5 Milliarden Euro festgelegt, so steht es in der Mitteilung zum Summer Economic Statement 2026 vom 22. Juli.

Der Rahmen für den Haushalt 2027
GrößeWert
BudgettagDienstag, 6. Oktober 2026
Gesamtpaket 20278,5 Milliarden Euro
davon zusätzliche Ausgaben7,0 Milliarden Euro
davon laufende Ausgaben5,9 Milliarden Euro
davon Investitionen1,1 Milliarden Euro
davon neue Steuermaßnahmen1,5 Milliarden Euro
Ausgabenobergrenze 2027125,5 Milliarden Euro (105,2 laufend, 20,3 investiv)
Anstieg gegenüber der Obergrenze 20265,9 Prozent

Quelle: Department of Finance und Department of Public Expenditure, Infrastructure, Public Service Reform and Digitalisation, Summer Economic Statement 2026, veröffentlicht am 22. Juli 2026. Stand: 5. Oktober 2026.

Das Verhältnis ist die erste Information, die zählt. Von 8,5 Milliarden Euro gehen 7 Milliarden in Ausgaben und nur 1,5 Milliarden in Steuersenkungen. Ein irischer Haushalt ist also vor allem ein Ausgabenhaushalt, und die Steuerseite ist ein überschaubarer Teil davon.

Die zweite Information steckt im Kleingedruckten. Die Obergrenze für 2026 hat die Regierung in diesem Jahr um 0,7 Milliarden Euro auf 118,5 Milliarden angehoben, um Haushalte und Firmen während des Energiepreisschocks zu stützen und die Schulen besser auszustatten. Der Rahmen für 2027 bleibt trotzdem bei der Zahl, die schon im mittelfristigen Plan vom Dezember 2025 stand. Das Summer Economic Statement betont, dass sich am Pfad für die Nettoausgaben nichts ändert.

Vier Säulen und ein Satz zu den Steuerstufen

Das Summer Economic Statement ordnet den Haushalt in vier Säulen: Arbeit belohnen, öffentliche Leistungen verbessern, in kritische Infrastruktur investieren und für die Zukunft vorsorgen. Die vierte Säule heißt konkret: weiter Haushaltsüberschüsse fahren, Reserven für künftige Schocks halten und über die langfristige Anlagestrategie des Staates, zu der der Future Ireland Fund gehört, für die Kosten der Alterung vorsorgen.

Für Zuziehende ist die erste Säule die interessante. Die Regierung schreibt dort, Lohnerhöhungen sollten niemanden in höhere Steuerstufen schieben. Und weiter unten im selben Dokument steht die Zusage, Änderungen an der persönlichen Besteuerung einzuführen, damit Arbeitnehmer mehr von ihrem Lohn behalten. Welche Änderungen das sind, sagt das Dokument ausdrücklich nicht: Die einzelnen Maßnahmen würden im üblichen Verfahren in den Monaten bis zum Budgettag vereinbart.

Der Hintergrund dazu ist bekannt. Der Haushalt 2026 enthielt kein Einkommensteuerpaket, Bänder und Absetzbeträge blieben stehen. Was das für die Lohnabrechnung im Januar hieß, steht im Beitrag Was in Irland zum 1. Januar 2026 gilt. Wer 2026 eine Lohnerhöhung bekam, zahlte darauf anteilig mehr Steuer. Für 2027 hat die Regierung angekündigt, das zu ändern.

Was die Beamten vorab durchgerechnet haben

Vor jedem Haushalt trifft sich die Tax Strategy Group, eine Runde aus Beamten und politischen Beratern unter Vorsitz des Finanzministeriums. Sie hat am 9. Juni getagt, ihre Papiere sind seit dem 23. Juli auf gov.ie veröffentlicht. Das Ministerium stellt selbst klar, dass die Gruppe nichts entscheidet; die Papiere sind Listen von Optionen mit ihren Kosten.

Gerade deshalb sind sie nützlich, denn sie zeigen, was eine Entlastung kostet. Das Papier zur Einkommensteuer nennt zuerst die Werte, die 2026 gelten.

Einkommensteuer und USC 2026
GrößeWert
Satz innerhalb des Standardbandes20 %
Satz darüber40 %
Standardband, alleinstehend44.000 Euro
Standardband, alleinerziehend48.000 Euro
Standardband, Ehepaar mit einem Einkommen53.000 Euro
Standardband, Ehepaar mit zwei Einkommen (höchstens)88.000 Euro
Personal Tax Credit, alleinstehend2.000 Euro
Employee Tax Credit und Earned Income Creditje 2.000 Euro
USC 0,5 %bis 12.012 Euro
USC 2 %12.013 bis 28.700 Euro
USC 3 %28.701 bis 70.044 Euro
USC 8 %darüber

Quelle: Department of Finance, Tax Strategy Group, TSG 26/01 Income Tax, Tabellen 5 und 6 und Ausführungen zum USC (Datenquelle Revenue), veröffentlicht am 23. Juli 2026. Wer weniger als 13.000 Euro im Jahr verdient, zahlt keinen USC. Stand: 5. Oktober 2026.

Dann folgen die Kosten. Ein volles Indexieren des Systems um 1 Prozent kostet nach dem Papier rund 290 Millionen Euro im vollen Jahr. Das Ministerium rechnet für 2027 mit einem Lohnzuwachs je Kopf von 4,0 Prozent. Eine Indexierung um genau diesen Wert hieße: Standardband plus 1.760 Euro auf 45.760 Euro, die drei großen Absetzbeträge plus je 80 Euro. Für das ganze System beziffert das Papier eine Indexierung um 4 Prozent mit 1,16 Milliarden Euro im vollen Jahr.

Was eine Entlastung kostet: Optionen aus dem Papier
OptionKosten im vollen Jahr
Standardband plus 1.000 Euro265 Millionen Euro
Standardband plus 2.000 Euro525 Millionen Euro
Absetzbeträge plus je 100 Euro580 Millionen Euro
USC 2-Prozent-Band plus 1.000 Euro19 Millionen Euro
Indexierung des ganzen Systems um 4 Prozent1.160 Millionen Euro

Quelle: TSG 26/01 Income Tax, Tabellen 11, 12, 15 und 18, Stand nach dem Haushalt 2026. Die Optionen sind Einzelschätzungen und lassen sich nicht einfach addieren. Stand: 5. Oktober 2026.

Die Tabelle zeigt die Größenordnung, nicht das Ergebnis. Eine volle Indexierung um 4 Prozent würde gut drei Viertel der 1,5 Milliarden Euro verbrauchen, die für alle neuen Steuermaßnahmen zusammen vorgesehen sind. Was der Minister morgen auswählt, steht in keinem dieser Papiere, und eine Zahl dafür zu nennen, wäre geraten.

Die übrigen Papiere zeigen, welche Themen außerdem auf dem Tisch liegen. Das Papier zu den Kapitalsteuern behandelt die Erbschaft- und Schenkungsteuer mit ihrem Satz von 33 Prozent und den Freibeträgen von 400.000 Euro für Kinder und 40.000 Euro für Geschwister und Enkel, außerdem die Kapitalertragsteuer, die ebenfalls bei 33 Prozent liegt. Das Papier rechnet Optionen durch, es empfiehlt keine. Das Papier zu den Wohnungsmaßnahmen beschreibt den Help-to-Buy-Zuschuss für Erstkäufer von Neubauten, die Rent Tax Credit für Mieter von 1.000 Euro für Alleinveranlagte und 2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Paare, verlängert bis Ende 2028, und die Vorbereitung einer neuen Steuer auf verfallene Gebäude.

Was schon feststeht, ohne den Haushalt

Eine Änderung braucht den Budgettag gar nicht. Seit dem 1. Oktober 2026 liegt der Arbeitnehmerbeitrag zur irischen Sozialversicherung PRSI bei 4,35 statt 4,2 Prozent. Der Schritt gehört zu einem Fahrplan, den die Regierung für 2024 bis 2028 beschlossen und im Social Welfare (Miscellaneous Provisions) Act 2024 verankert hat. Laut dem Sozialpapier der Tax Strategy Group steigen alle PRSI-Sätze jeweils zum 1. Oktober, für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Selbständige gleichermaßen.

Der PRSI-Fahrplan 2024 bis 2028
StichtagAnhebung
1. Oktober 20240,10 Prozentpunkte
1. Oktober 20250,10 Prozentpunkte
1. Oktober 20260,15 Prozentpunkte
1. Oktober 20270,15 Prozentpunkte
1. Oktober 20280,20 Prozentpunkte

Quelle: Department of Social Protection, TSG 26/02 Social Welfare Options, Randnummern 84 bis 86, veröffentlicht am 23. Juli 2026. Stand: 5. Oktober 2026.

Für eine Familie, die 2027 nach Irland zieht und dort Arbeitslohn bezieht, ist das eine kleine, aber sichere Größe. Sie wirkt in die Gegenrichtung jeder Entlastung, die morgen kommt. Wie Einkommensteuer, USC und PRSI auf einer irischen Abrechnung zusammenspielen, steht unter Einkommensteuer, USC und PRSI.

Das Investment Account: die Parameter fehlen noch

Ein Punkt hat einen eigenen Vorlauf, und er betrifft Anleger. Am 31. August hat das Finanzministerium eine Roadmap zur Besteuerung von Privatanlegern veröffentlicht. Ihr Kern ist ein neues Anlagekonto, das Investment Account, für das der gesetzliche Rahmen noch in diesem Jahr kommen soll.

Die Grundzüge stehen fest. Auf das Konto soll jährlich eine pauschale Steuer anfallen, aber nur auf den Teil des Kontowerts, der über einem steuerfreien Betrag liegt. Die Regel, nach der irische Fondsanteile alle acht Jahre als verkauft gelten, soll innerhalb des Kontos nicht greifen. Eröffnen dürfen es Personen ab 18 Jahren, die in Irland steuerlich ansässig sind und eine PPS-Nummer haben, zunächst eines je Person.

Satz, Freibetrag und die jährliche Einzahlungsgrenze nennt die Roadmap ausdrücklich nicht. Sie sollen mit dem Haushalt 2027 festgelegt werden. Für Zuziehende ist das relevant, weil Fondsanlagen in Irland heute einem eigenen Regime mit 38 Prozent und der Achtjahresregel unterliegen; wie das funktioniert, steht unter ETFs und Fonds. Ob das neue Konto für eine zuziehende Familie eine echte Alternative wird, entscheidet sich an den Zahlen von morgen.

Und zu Hause: wie Deutschland, Österreich und die Schweiz mit der kalten Progression umgehen

Die Frage, die Irland morgen beantwortet, stellt sich in jedem der drei Herkunftsländer auch: Wie verhindert der Staat, dass Lohnerhöhungen, die nur die Teuerung ausgleichen, in höhere Steuersätze rutschen? Die drei Länder haben darauf drei verschiedene Antworten, und keine davon ist die irische.

Deutschland regelt den Tarif im Gesetz selbst. § 32a EStG nennt für die Jahre ab 2026 einen Grundfreibetrag von 12.348 Euro, der Spitzensatz von 42 Prozent beginnt bei 69.879 Euro, der Satz von 45 Prozent bei 277.826 Euro. Jede Anpassung braucht ein neues Gesetz des Bundestags. Es gibt keinen Automatismus, der die Grenzen jedes Jahr nachzieht.

Österreich hat einen solchen Automatismus. Nach § 33a EStG 1988 werden die Tarifgrenzen jedes Jahr um zwei Drittel der Inflation angehoben, per Verordnung des Finanzministers bis zum 31. August. Für das letzte Drittel sieht das Gesetz eigene Entlastungen per Regierungsbeschluss vor; diesen Teil hat der Gesetzgeber für die Anpassungen der Jahre 2025 bis 2028 ausgesetzt (§ 124b Z 477 EStG 1988). Für 2027 stehen die neuen Grenzen bereits fest: Laut § 33 EStG 1988 in Verbindung mit BGBl. II Nr. 260/2026 bleiben 13.846 Euro steuerfrei statt 13.539 Euro, und der Satz von 50 Prozent beginnt bei 107.236 Euro statt bei 104.859 Euro.

Die Schweiz gleicht bei der direkten Bundessteuer am vollständigsten aus. Art. 39 DBG verlangt, dass die Folgen der kalten Progression voll ausgeglichen werden; das Eidgenössische Finanzdepartement passt Tarifstufen und Abzüge jährlich an den Landesindex der Konsumentenpreise an, maßgebend ist der Stand am 30. Juni vor der Steuerperiode. Bei den Kantons- und Gemeindesteuern regelt jeder Kanton das selbst.

Irland hat keinen solchen Mechanismus. Ob und wie weit Bänder und Absetzbeträge steigen, entscheidet jeder Haushalt neu. Das Regierungsprogramm von 2025 verspricht eine Indexierung, solange die Wirtschaft stark bleibt, und behält sich ausdrücklich vor, sie in einem Abschwung auszusetzen, wie schon im Haushalt 2021. Auch der Haushalt 2026 ließ Bänder und Absetzbeträge stehen, mit Verweis auf knappe Mittel und eine unsichere Lage. Wer aus Österreich oder der Schweiz kommt, tauscht also eine gesetzliche Regel gegen eine politische Entscheidung, die jedes Jahr im Oktober fällt.

Was die Teuerung damit zu tun hat

Der Druck auf die Steuerseite kommt in diesem Jahr auch von den Preisen. Die irische Teuerung lag im August nach dem nationalen Verbraucherpreisindex bei 3,7 Prozent, über der aller drei Herkunftsländer; die Zahlen dazu stehen im Beitrag Irland im August 2026. Das Summer Economic Statement selbst nennt die Energiepreise als Grund dafür, dass die Inflation seit März über 3 Prozent liegt.

Schon 2026 hat die Regierung ihre Ausgabenobergrenze angehoben, um Haushalte und Firmen durch den Energiepreisschock zu bringen. Und jede Steuerentlastung für 2027 gleicht zuerst einmal aus, was Teuerung und Lohnrunden in den Steuerstufen ausgelöst haben. Eine Anhebung der Bänder um die erwartete Lohnsteigerung ist keine Senkung, sondern ein Gleichstand. Erst was darüber hinausgeht, bleibt real in der Tasche.

Was eine zuziehende Familie heute planen kann

Drei Schlüsse lassen sich am Tag vor dem Haushalt ziehen, ohne eine einzige Zahl zu raten.

Erstens: Rechne mit den Werten von 2026. Wer seine Planung für 2027 auf ein höheres Standardband oder einen höheren Absetzbetrag stützt, plant mit einer Zahl, die heute niemand bestätigen kann. Die geltenden Werte hat das Finanzministerium im Juli selbst aufgelistet, und jede Entlastung von morgen ist ein Plus auf diese Rechnung.

Zweitens: Der Haushalt bewegt vor allem das Arbeitseinkommen. Das gesamte Steuerpaket von 1,5 Milliarden Euro soll laut Summer Economic Statement dafür sorgen, dass sich Arbeit lohnt und Arbeitnehmer mehr von ihrem Lohn behalten. Wer mit aufgebautem Vermögen kommt und Einkünfte außerhalb Irlands erzielt, hängt an anderen Regeln: an der Remittance-Basis für nicht domizilierte Personen und daran, was im Jahr des Zuzugs gilt. In den Papieren der Tax Strategy Group zu Einkommensteuer, Unternehmenssteuern und Kapitalsteuern taucht die Remittance-Basis nicht auf.

Drittens: Der Zeitpunkt des Umzugs entscheidet, welcher Haushalt Dich trifft. Das irische Steuerjahr ist das Kalenderjahr, und Bänder und Absetzbeträge eines Haushalts gelten für das folgende Steuerjahr. Wer 2026 zieht, rechnet für das erste Jahr noch mit den Werten von 2026. Wer 2027 zieht, rechnet von Anfang an mit dem, was morgen beschlossen wird. Welche Sonderregeln für das Zuzugsjahr gelten, hat mit dem Haushalt nichts zu tun und ist für die meisten Familien wichtiger als jede Anhebung eines Freibetrags.

Morgen trägt der Finanzminister den Haushalt im Dáil vor. Danach gibt es für Standardband, Absetzbeträge und USC-Grenzen einen Wert für 2027, und für das Investment Account die Zahlen, die die Roadmap offen gelassen hat.

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