Das Umzugsgut
Irland ist eine Insel, und das ist der erste Kostentreiber. Ein Umzug aus dem deutschsprachigen Raum läuft entweder über eine Spedition mit Container oder über mehrere eigene Fahrten mit Anhänger und Fähre.
Die Speditionslösung ist bequem und teuer, die Selbstfahrerlösung billiger und anstrengend. Was gegen die Selbstfahrerlösung spricht: Eine Überfahrt nach Rosslare ist mit Anhänger nicht billig, und drei Fahrten kosten mehr als eine Container-Sendung, sobald man Sprit, Maut und Übernachtungen mitrechnet. Was dafür spricht: Man hat die Sachen dabei, statt drei Wochen auf sie zu warten, und man kann in Etappen ziehen.
Der Punkt, an dem viele sparen sollten und es nicht tun: Ein irisches Mietobjekt ist in der Regel möbliert, und ein gekauftes Haus im Südosten hat oft eine Küche. Wer eine komplette deutsche Einbauküche über die Irische See schickt, zahlt für den Transport eines Möbelstücks, das am Ziel nicht passt. Ehrliche Bestandsaufnahme vor dem Angebot spart hier vierstellig.
Das Auto
Hier liegt eine echte Ersparnis, die viele nicht kennen. Irland erhebt beim Import eines Fahrzeugs die Vehicle Registration Tax, und die ist erheblich. Wer seinen Wohnsitz nach Irland verlegt, kann eine Befreiung beantragen, die Transfer of Residence heißt.
Die Bedingungen sind eng und sie sind der Grund, warum die Befreiung oft verfehlt wird: Das Fahrzeug muss vor dem Umzug eine bestimmte Zeit im Besitz des Antragstellers gewesen und im Herkunftsland zugelassen sein, es muss beim Umzug mitgeführt werden, und es darf nach der Einfuhr eine bestimmte Zeit lang nicht verkauft werden. Der Antrag läuft über Revenue und muss innerhalb einer Frist nach der Einfuhr gestellt werden.
Wer ein Auto kurz vor dem Umzug kauft, um es mitzunehmen, fällt aus der Befreiung heraus und zahlt die volle Steuer. Wer sein langjähriges Fahrzeug mitnimmt, spart einen vierstelligen Betrag. Die Einzelheiten und die Anmeldung stehen unter Auto und VRT.
Und ein Hinweis, den man vorher bedenken sollte: In Irland wird links gefahren. Ein Linkslenker ist erlaubt und wird von vielen jahrelang gefahren, aber das Überholen auf Landstraßen bleibt unangenehm, weil die Sicht fehlt. Wer ohnehin über einen Fahrzeugwechsel nachdenkt, hat mit dem Umzug einen guten Anlass.
Die Kaufnebenkosten
| Posten | Größenordnung |
|---|---|
| Stamp Duty | 1 Prozent des Kaufpreises bis 1 Mio. Euro |
| Solicitor | Honorar plus Auslagen, nicht gesetzlich geregelt |
| Survey | einmalig, je nach Objekt und Umfang |
| Registrierung | Gebühren des Grundstücksregisters |
| Gebäudeversicherung | ab dem Closing laufend |
| Local Property Tax | jährlich, Band nach Bewertung zum 1.11.2025 |
Quelle: Revenue Commissioners zur Transfer-of-Residence-Befreiung von der Vehicle Registration Tax; Tarife der Reedereien; Nebenkostenpositionen nach der Belegbasis dieser Site. Stand: 27. April 2026.
Bei einem Haus für 320.000 Euro sind die 3.200 Euro Stamp Duty der berechenbare Teil. Solicitor und Survey sind nicht gesetzlich geregelt, und die Honorare unterscheiden sich erheblich; hier lohnt es sich, vorher zwei oder drei Angebote einzuholen. Wir nennen dafür bewusst keine Zahlen, weil wir keine belastbare Erhebung dazu haben und eine geratene Spanne dem Leser nichts nützt.
Der Vergleich zu den Herkunftsländern fällt trotzdem eindeutig aus: Ein Prozent Erwerbsteuer ist im europäischen Vergleich niedrig. Die vollständige Aufstellung steht unter Nebenkosten.
Die Doppelbelastung, die niemand einplant
Der teuerste und am häufigsten übersehene Posten ist keine Rechnung, sondern eine Überschneidung. Zwischen dem Auszug zu Hause und dem Einzug in Irland liegen in der Praxis Monate, und in dieser Zeit zahlt man häufig beides.
Konkret heißt das: eine Übergangsunterkunft in Irland, während das gekaufte Haus noch im Verfahren ist, plus die laufenden Kosten der Immobilie im Herkunftsland, solange sie nicht verkauft oder gekündigt ist. Dazu Einlagerung des Hausrats, wenn die Übergangsunterkunft möbliert ist. Wer den irischen Kauf an einen deutschen, österreichischen oder Schweizer Verkaufstermin koppelt, um das zu vermeiden, handelt sich dafür eine Sollbruchstelle in einem Verfahren ein, in dem bis zur Vertragsunterschrift ohnehin niemand gebunden ist.
Die ehrliche Empfehlung lautet deshalb: Drei bis sechs Monate Doppelbelastung einplanen und finanzieren können. Wer diesen Puffer nicht hat, gerät genau in dem Moment unter Zeitdruck, in dem Ruhe am meisten wert wäre.
Und in Franken gerechnet
Für Schweizer Leser kommt ein Posten dazu, den deutsche und österreichische nicht haben: der Währungswechsel. Ein Hauskauf über 320.000 Euro bedeutet, dass ein entsprechender Frankenbetrag in Euro getauscht wird, und der Kurs am Tag der Überweisung ist Teil des Preises. Bei einer sechsstelligen Summe machen zwei Prozent Unterschied einen fünfstelligen Betrag aus.
Das ist kein Grund für Spekulation, sondern für Nüchternheit: Wer den Zeitpunkt der Überweisung ohnehin nicht wählen kann, weil er am Closing hängt, sollte wenigstens die Konditionen des Transfers vergleichen. Der Unterschied zwischen einer Hausbank und einem spezialisierten Anbieter ist bei diesen Summen erheblich.
Und ein zweiter Punkt nur für Schweizer: Die Schweiz steht außerhalb der EU-Zollunion, Umzugsgut wird deshalb beim Import in die EU zollrechtlich angemeldet. Als Übersiedlungsgut bleibt es auf Antrag abgabenfrei, mit Besitz- und Nutzungsfristen, die der Fahrzeugregel ähneln; die Spedition braucht die Unterlagen dafür vor der Verladung und nicht erst am Hafen. Für Umzüge aus Deutschland und Österreich entfällt dieser Schritt, es ist eine Bewegung innerhalb der Union.
Die Liste zum Abhaken
Was in ein Budget für das erste Jahr gehört, unabhängig davon, wie hoch die einzelnen Posten ausfallen: Umzugsgut oder mehrere Fährfahrten, Fahrzeugüberführung und Anmeldung, Kaufnebenkosten, Übergangsunterkunft, Einlagerung, Doppelbelastung im Herkunftsland, Gebäude- und Kfz-Versicherung, erste Möblierung dessen, was fehlt, und ein Puffer für das, was am Haus im ersten Winter auffällt.
Der letzte Posten ist der, den Erfahrene immer nennen und Erstumzügler nie einplanen. Ein irisches Bestandshaus zeigt seine Schwächen im Januar, nicht im Juli, und die Reparatur fällt in ein Jahr, in dem ohnehin alles gleichzeitig kommt.
Was aus dem Herkunftsland mitgenommen werden sollte
Neben den Möbeln gibt es eine Liste von Papieren, die in Irland gebraucht werden und die man später nur mühsam beschafft. Sie kostet vor dem Umzug einen halben Tag und danach Wochen.
Für die Kfz-Versicherung: eine Bestätigung der schadenfreien Jahre vom bisherigen Versicherer, auf Englisch. Ohne sie beginnt man in Irland bei null, und das ist ein dreistelliger Unterschied im Jahr.
Für die Schule: Zeugnisse der letzten Jahre, möglichst übersetzt. Sie werden für die Einstufung gebraucht und für die Befreiung vom Fach Irisch, die genau an einer im Ausland verbrachten Schullaufbahn hängt.
Für den Arzt: Impfpässe, Befunde zu bestehenden Behandlungen, Medikamentenlisten mit Wirkstoffnamen statt Handelsnamen. Präparate heißen in Irland anders.
Für alles Behördliche: Geburtsurkunden, Heiratsurkunde, gegebenenfalls Scheidungsurteil, jeweils in internationaler Form oder mit Apostille. Diese Dokumente tauchen bei Einbürgerung, Immobilienkauf und Erbregelung immer wieder auf.
Der Posten, den man nicht in Zahlen ausdrücken kann
Und ein Satz zu dem, was in keiner Aufstellung steht. Ein internationaler Umzug kostet nicht nur Geld, er kostet ein Jahr Kapazität. In diesem Jahr wird niemand nebenbei ein Unternehmen aufbauen, ein Haus sanieren und drei Kinder in einer fremden Sprache einschulen, jedenfalls nicht gut.
Wer den Umzug so plant, dass alles gleichzeitig passiert, plant den Stress, der Familien in diesem Jahr am meisten zusetzt. Wer den Kauf vorzieht, mit einer Übergangszeit rechnet und im ersten Winter bewusst wenig anderes vornimmt, kommt besser durch. Das ist keine Kostenposition, aber es ist die Rechnung, die am Ende zählt.
Wo man tatsächlich sparen kann
Drei Stellen, an denen die Ersparnis substanziell und der Aufwand gering ist.
Weniger mitnehmen. Jeder Kubikmeter kostet, und ein erheblicher Teil dessen, was Familien einlagern und verschiffen, wird am Ziel nie wieder ausgepackt. Eine ehrliche Sichtung vor dem Angebot ist die billigste Maßnahme überhaupt.
Die Fahrzeugbefreiung nutzen. Sie ist an Besitzdauer, Zulassung und Fristen geknüpft, und wer sie erfüllt, spart einen vierstelligen Betrag. Wer sie verfehlt, weil er kurz vor dem Umzug ein Auto gekauft hat, zahlt ihn.
Beim Solicitor vergleichen. Die Honorare sind nicht geregelt und unterscheiden sich erheblich. Zwei oder drei Angebote einzuholen kostet eine Stunde.
Und eine Stelle, an der Sparen sich rächt: bei der baulichen Prüfung vor dem Kauf. Ein Survey kostet einen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Betrag und ist die einzige Gelegenheit, ein Dach, eine Elektrik und eine feuchte Wand zu entdecken, bevor sie einem gehören. In einem Rechtsrahmen, in dem der Verkäufer keine Aufklärung schuldet, ist das kein optionaler Posten.
Zum Schluss eine Bemerkung zur Reihenfolge, weil sie über die Kosten mitentscheidet. Wer zuerst kauft und dann umzieht, zahlt Doppelbelastung für eine überschaubare Zeit und weiß, wohin die Möbel gehen. Wer zuerst umzieht und dann sucht, zahlt Miete in einem Markt, der zuletzt weniger als 2.000 Angebote im ganzen Land zählte, und sucht unter Zeitdruck. Die zweite Variante ist regelmäßig die teurere, auch wenn sie am Anfang billiger aussieht.
Was Du daraus mitnimmst
Die berechenbaren Posten sind Stamp Duty, Fahrzeugüberführung und Umzugsgut. Die unberechenbaren sind Doppelbelastung, Einlagerung und das, was das Haus im ersten Winter zeigt. Wer für die zweite Gruppe einen Puffer hat, kommt entspannt durch das erste Jahr. Wer nur die erste Gruppe budgetiert, gerät genau dann unter Druck, wenn Ruhe am meisten wert wäre.
Und der Posten mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ersparnis ist die Befreiung von der Fahrzeugsteuer beim Umzug. Sie ist an Bedingungen geknüpft, sie ist fristgebunden, und sie ist vierstellig. Wer sein Auto mitnimmt, klärt sie vorher.
Quellen
- Revenue Commissioners, Transfer of Residence und Befreiung von der Vehicle Registration Tax, revenue.ie.
- Revenue Commissioners, Stamp Duty auf Wohnimmobilien, revenue.ie.
- DFDS und Brittany Ferries, Tarife und Fahrpläne ab Rosslare.
- Citizens Information, Einfuhr eines Fahrzeugs nach Irland, citizensinformation.ie.
