Update vom 17. September 2026: Das Kabinett hat am 9. September den Entwurf beschlossen.Was genau beschlossen wurde, steht im Beitrag vom 17. September. Der Text unten beschreibt den Berichtsstand vom 7. September und wird nicht nachträglich umgeschrieben.
Was berichtet wird
Am Montag, dem 7. September, haben RTÉ, die Irish Times und der Irish Examiner übereinstimmend berichtet, welche Änderungen Justizminister Jim O'Callaghan dem Kabinett vorlegen will. Es ist die größte Änderung am irischen Einbürgerungsrecht seit einer Generation.
| Punkt | Heute | Berichteter Vorschlag |
|---|---|---|
| Aufenthalt | fünf Jahre | acht Jahre, berichtet als zwei ununterbrochene Jahre unmittelbar vor dem Antrag und sechs Jahre in den vorangegangenen zehn |
| Sprache | kein Test | Test in Englisch, Irisch oder Irish Sign Language, vom Minister als vergleichsweise einfach beschrieben |
| Staat und Gesellschaft | kein Test | Test zu Gesellschaft, Politik und Verfassung |
| Eigene Mittel | kein gesonderter Nachweis | Mindesteinkommen, das der Minister anhand amtlicher Daten festlegt, und keine bestimmten Sozialleistungen während des Verfahrens |
| Ehepartner irischer Staatsbürger | drei Jahre Ehe | fünf Jahre Ehe und fünf Jahre Aufenthalt, dazu Sprache und Grundkenntnisse |
| Entziehung | enge Gründe | ein eigener Grund für Fälle der öffentlichen Ordnung und der nationalen Sicherheit, mit beschleunigtem Verfahren |
Alles in der rechten Spalte ist Vorschlag und Berichterstattung, nicht geltendes Recht. Der Minister soll den Sprachtest für besonders schutzbedürftige Antragsteller erlassen können.
Quelle: RTÉ, Irish Times und Irish Examiner vom 7. September 2026. Stand: Berichtsstand 7. September 2026.
Zwei weitere Punkte gehören dazu, die keine Zahlen tragen. Zeiten, die Menschen unter der EU-Richtlinie über vorübergehenden Schutz in Irland verbracht haben, also vor allem Geflüchtete aus der Ukraine, sollen bei der Aufenthaltsrechnung nicht zählen. Und wer gegen Einwanderungsrecht verstoßen hat, soll vom Antrag ausgeschlossen sein.
Die Begründung des Ministers steht in einem Satz, der an diesem Tag überall zitiert wird: Die Staatsbürgerschaft sei ein Vorrecht, kein Anspruch. Er verweist darauf, dass Irland im vergangenen Jahr rund 25.000 Einbürgerungen ausgesprochen hat, und sagt, das Wachstum solle gebremst und das irische Verfahren an das anderer europäischer Staaten angeglichen werden.
Der Widerspruch, der dazugehört
Diese Site verkauft keine Regierungspositionen, deshalb steht die Gegenseite hier mit.
Alan Kelly, der Justizsprecher der Labour Party, fordert den Minister auf, die acht Jahre fallen zu lassen. Er nennt die Zahl politische Positionierung statt Lösung eines tatsächlichen Problems und warnt davor, dass sie der Anwerbung von Arbeitskräften schaden könnte. John Lannon, Geschäftsführer der Organisation Doras, nennt die Vorschläge hart und unnötig und weist darauf hin, dass ein Sprachtest ohne ausreichend finanzierte Sprachkurse eine Hürde ist und keine Prüfung.
Ob diese Kritik den Entwurf ändert, ist am 7. September offen. Die Regierung hat eine Mehrheit.
Was das für unsere Leser bedeutet, und was nicht
Die meisten Familien, für die diese Site geschrieben ist, kommen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz und damit aus der Europäischen Union oder aus einem Staat mit Freizügigkeitsabkommen. Für sie sind drei Punkte wichtig, und der wichtigste ist der dritte.
Erstens: Diese Vorschläge betreffen die Einbürgerung. Sie betreffen den Weg, bei dem jemand nach Irland zieht, dort lebt und dann einen Antrag stellt. Um diesen Weg geht es bei den acht Jahren, beim Sprachtest und beim Nachweis eigener Mittel.
Zweitens: Zur Staatsangehörigkeit durch Abstammung sagt keine der drei Quellen etwas. Der Weg über das Foreign Births Register, also über einen in Irland geborenen Großelternteil, ist in den bisher berichteten Vorschlägen nicht enthalten. Dasselbe gilt für die Rechte irischer Staatsbürger im Vereinigten Königreich über die Common Travel Area und für die Frage der doppelten Staatsangehörigkeit.
Das heißt nicht, dass diese Wege gesichert wären. Es heißt genau das, was es sagt: Über sie ist nichts berichtet worden. Wer daraus eine Zusage macht, macht mehr aus der Nachricht, als in ihr steht.
Drittens, und das ist die eigentliche Konsequenz: Solange dieser Entwurf offen ist, sollte niemand einen Fünfjahresplan bauen. Das ist die Linie dieser Site, und sie gilt unabhängig davon, wie das Gesetz am Ende aussieht. Eine Regel, die heute gilt, ist kein Versprechen für morgen.
Was der eigene Pass dazu sagt, und zwar in allen drei Ländern
Eine längere Wartezeit ist das eine. Die Frage, was ein irischer Pass mit dem vorhandenen macht, ist das andere, und sie wird von der Reform gar nicht berührt. Sie entscheidet sich zu Hause, und sie entscheidet sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz völlig verschieden.
| Land | Lage | Grundlage |
|---|---|---|
| Deutschland | Mehrstaatigkeit allgemein zugelassen | 27. Juni 2024 |
| Österreich | Verlust von Gesetzes wegen | § 27 Staatsbürgerschaftsgesetz 1985 |
| Schweiz | Mehrfache Staatsbürgerschaft zugelassen | 1992 |
Quelle: §§ 27 bis 29 StbG 1985 im Wortlaut der geltenden Fassung (RIS, über die amtliche OGD-Schicht); §§ 17 und 25 StAG auf gesetze-im-internet.de samt BGBl. 2024 I Nr. 104; Bürgerrechtsgesetz SR 141.0 in der Fedlex-Konsolidierung, das 1992-Datum nach SEM und EDA. Stand: abgerufen 22. August 2026.
Für Deutsche hat sich die Lage am 27. Juni 2024 grundlegend geändert. Seitdem lässt Deutschland Mehrstaatigkeit allgemein zu, eine Beibehaltungsgenehmigung ist nicht mehr nötig. Wer den irischen Pass erwirbt, verliert den deutschen nicht.
Für Schweizer gilt seit 1992 dasselbe Ergebnis auf anderem Weg: Die Schweiz lässt mehrfache Staatsbürgerschaft zu.
Für Österreicher ist die Lage eine andere, und deshalb steht sie hier nie im selben Satz mit den beiden anderen. Nach § 27 des Staatsbürgerschaftsgesetzes 1985 verliert die österreichische Staatsbürgerschaft, wer auf Antrag, durch Erklärung oder mit ausdrücklicher Zustimmung eine fremde Staatsangehörigkeit erwirbt, sofern nicht vorher die Beibehaltung bewilligt worden ist. Und § 29 erstreckt diesen Verlust auf minderjährige ledige Kinder, es sei denn, der andere Elternteil bleibt österreichischer Staatsbürger.
Das ist die wichtigste Zeile dieses Beitrags für österreichische Leser, und sie hat mit der Reform nichts zu tun. Sie gilt heute, sie galt gestern, und sie gilt unabhängig davon, ob am Ende fünf oder acht Jahre im Gesetz stehen. Was das im Einzelnen bedeutet und welche Frage vor jeder Registrierung geklärt sein muss, steht auf der Seite zur doppelten Staatsbürgerschaft.
Warum diese Regel überhaupt kippen kann
Für deutsche, österreichische und Schweizer Leser ist eine Aufenthaltsvoraussetzung etwas, das Jahrzehnte hält. In Irland ist sie einfaches Gesetzesrecht, und einfaches Gesetzesrecht ändert eine Parlamentsmehrheit.
Wie schnell das gehen kann, hat Portugal gerade vorgeführt. Dort war der Weg zur Staatsangehörigkeit fünf Jahre. Mit dem neuen Staatsangehörigkeitsgesetz, dem Organic Law No. 1/2026, veröffentlicht im Diário da República am 18. Mai 2026 und in Kraft seit dem 19. Mai 2026, sind es zehn Jahre für Drittstaatsangehörige und sieben Jahre für Angehörige von EU-Staaten und portugiesischsprachigen Ländern.
Zwei Dinge sind an diesem Beispiel wichtig. Portugal hat verschärft, und Portugal hat dabei eine eigene, kürzere Stufe für EU-Bürger gezogen. Ob Irland ähnlich unterscheidet, ist am 7. September in keiner der Meldungen zu lesen. Die Frage ist damit gestellt und nicht beantwortet.
Was jetzt zu tun ist
Nichts Hektisches. Wir raten niemandem, wegen einer Zeitungsmeldung einen Umzug vorzuziehen, und wir raten auch niemandem, einen Antrag zu beschleunigen, den er ohne die Meldung nicht gestellt hätte.
Was sich lohnt, ist etwas anderes, und es lohnt sich ohnehin: zuerst die Familiengeschichte prüfen. Wer einen in Irland geborenen Großelternteil hat, steht in einer völlig anderen Lage als jemand, der über den Aufenthalt geht, und diese Lage hängt an einer Registrierung und nicht an einer Aufenthaltsdauer. Was dabei zu beachten ist, vor allem die Reihenfolge von Registrierung und Geburt der eigenen Kinder, steht auf der Seite zur Abstammung und auf der Seite zu den Kindern.
Und für alle anderen gilt der Satz, der auf dieser Site seit ihrem ersten Tag steht: Wer nach Irland zieht, sollte es tun, weil die Summe für seine Familie stimmt. Der Pass ist die Zugabe eines gelungenen Lebens dort, nicht sein Zweck. Familien, die aus diesem Grund kommen, treffen eine Entscheidung, die ein Gesetzentwurf nicht entwertet.
Wie es weitergeht
Der nächste Schritt ist die Kabinettssitzung dieser Woche. Wenn die Regierung den vorrangigen Entwurf freigibt, folgt die Veröffentlichung des General Scheme, also des Grundrisses des Gesetzes, und danach die Vorprüfung im Justizausschuss. Erst am Ende dieses Weges steht ein Gesetz.
Wie lange dieser Weg dauert, sagt heute niemand seriös voraus. Ein General Scheme ist eine Anweisung an die Gesetzesredaktion, kein Gesetzestext, und zwischen Vorprüfung und Unterschrift des Präsidenten liegen in Irland regelmäßig Monate. Was in dieser Zeit passiert, ist offen: Entwürfe werden geändert, Stufen werden eingezogen, Fristen verschieben sich.
Auf dieser Site wird deshalb bis auf Weiteres keine Dauer mehr genannt. Wir schreiben auf, was gilt, wir schreiben auf, was vorgeschlagen ist, und wir schreiben dazu, welches von beidem es gerade ist. Das ist weniger befriedigend als eine Zahl, aber es ist das Einzige, was in einem laufenden Gesetzgebungsverfahren hält.
Bis dahin gilt das heutige Recht. Was es verlangt und wo die Reform ansetzt, halten wir auf der Pass-Seite auf Stand.
Quellen
- RTÉ News, „Citizenship a privilege, says minister ahead of overhaul", 7. September 2026.
- The Irish Times, „Rules for seeking Irish citizenship to be tightened under proposals due to go to Cabinet", Cormac McQuinn, 7. September 2026.
- Irish Examiner, „New citizenship rules would require eight years' residence, language test and civics exam", Louise Burne, 7. September 2026.
- Portugal: Organic Law No. 1/2026, veröffentlicht im Diário da República am 18. Mai 2026, in Kraft seit dem 19. Mai 2026.