Was die Regierung beschlossen hat
Der Beschluss betrifft das Irish Nationality and Citizenship (Amendment) Bill 2026. Das Kabinett hat ihn nicht verabschiedet, sondern seinen vorrangigen Entwurf freigegeben. In der Mitteilung der Regierung stehen vier Punkte.
| Voraussetzung | Heute | Nach dem Vorhaben |
|---|---|---|
| Aufenthalt insgesamt | fünf Jahre | acht Jahre für die meisten Antragsteller |
| Sprachnachweis | keiner | Englisch, Irisch oder Irish Sign Language |
| Test zu Staat und Gesellschaft | keiner | vorgesehen |
| Eigene Mittel | kein gesonderter Nachweis | Nachweis der Selbsterhaltungsfähigkeit vorgesehen |
Die Einschränkung auf die meisten Antragsteller steht wörtlich in der Mitteilung der Regierung. Eine kürzere Stufe für EWR- oder Schweizer Bürger enthält der General Scheme vom 21. September 2026 nicht.
Quelle: Regierung von Irland, Pressemitteilung des Department of Justice, Home Affairs and Migration vom 9. September 2026. Stand: abgerufen 17. September 2026.
Die Regierung begründet das Vorhaben damit, die irische Einbürgerung an die Praxis anderer europäischer Staaten anzugleichen, und nennt dafür in ihrer eigenen Mitteilung Österreich, Italien, Litauen, Slowenien, Spanien und die Schweiz mit Aufenthaltszeiten von sieben bis zehn Jahren. Sie schreibt außerdem, die Staatsbürgerschaft solle das Ergebnis einer dauerhaften Bindung sein und nicht bloß des Zeitablaufs.
Was Zeitungen darüber hinaus berichten
Drei Punkte, die für die Planung wichtiger sind als alles andere, stehen nicht in der Mitteilung der Regierung. Sie stammen aus der Berichterstattung des Irish Examiner vom 7. und 8. September, und diese Seite gibt sie deshalb als Berichterstattung wieder, nicht als Regierungstext.
Erstens der Zuschnitt der acht Jahre. Berichtet wird, die Voraussetzung solle aus zwei ununterbrochenen Jahren unmittelbar vor dem Antrag und sechs Jahren innerhalb der vorangegangenen zehn bestehen. Das wäre eine andere Konstruktion als heute, nicht nur eine größere Zahl.
Zweitens der Zeitplan. Die Regierung erwartet dem Bericht zufolge, das Gesetz bis Weihnachten unterzeichnen zu lassen.
Drittens, und das ist der Punkt, der die meisten Leser betrifft: eine Übergangsfrist ist nicht vorgesehen. Wer bis zum Inkrafttreten keinen Antrag gestellt hat, soll unter die neue Regel fallen. Bereits in Irland verbrachte Jahre sollen auf die acht angerechnet werden.
Was heute gilt
Nichts davon ist Recht. Seit dem 21. September 2026 liegt der General Scheme vor, der Grundriss des Gesetzes, den das Justizministerium veröffentlicht hat. Im Parlament eingebracht war bis Ende Oktober 2026 noch kein Gesetzentwurf. Bis zum Inkrafttreten gilt die heutige Aufenthaltsregel, und was sie im Einzelnen verlangt, steht auf der Pass-Seite.
Das ist keine Beruhigung, und es ist auch keine Aufforderung, jetzt schnell etwas zu unternehmen. Es ist die nüchterne Lage: Eine Regel, die heute gilt, ist kein Versprechen für morgen, und eine Regel, die morgen gelten soll, ist heute noch kein Recht.
Die Frage nach einer kürzeren Stufe für EU-Bürger
Für die Leser dieser Site hängt alles an einem Punkt: Bekommen EU-Bürger eine eigene, kürzere Stufe?
Dass die Frage nicht abwegig ist, zeigt Portugal. Dort war der Weg zur Staatsangehörigkeit fünf Jahre. Mit dem neuen Staatsangehörigkeitsgesetz, in Kraft seit dem 19. Mai 2026, sind es zehn Jahre für Drittstaatsangehörige und sieben Jahre für Angehörige von EU-Staaten und portugiesischsprachigen Ländern. Portugal hat also verschärft und dabei eine eigene, kürzere Stufe für EU-Bürger gezogen.
Irland geht diesen Weg nicht. Der General Scheme vom 21. September 2026 ersetzt in Head 5 die Aufenthaltsbedingung allgemein: zwei Jahre ununterbrochener Aufenthalt unmittelbar vor dem Antrag und sechs Jahre in den zehn Jahren davor. Eine eigene Stufe für EWR- oder Schweizer Bürger enthält der Text nicht. Für Ehegatten und eingetragene Partner irischer Staatsbürger steigt die Aufenthaltszeit nach Head 6 von drei auf fünf Jahre.
Was das für die zwei Wege bedeutet
Der Weg über die Abstammung ist nicht betroffen. Wer einen in Irland geborenen Großelternteil hat, geht über die Foreign Births Registration, und die ist kein Einbürgerungsverfahren. Aufenthaltszeiten spielen dort keine Rolle, Sprachtests auch nicht. Dieser Weg wird durch das Vorhaben relativ gesehen wichtiger, nicht unwichtiger.
Der Weg über die Einbürgerung wird länger, wenn das Gesetz so kommt. Für eine Familie, die ohnehin nach Irland zieht, ändert das die Reihenfolge der Überlegungen: Der Pass rückt vom Ziel zur Zugabe. Wer nur seinetwegen umziehen wollte, sollte den Plan neu rechnen.
Und ein Satz, der auf dieser Site ohnehin seit jeher steht und jetzt mehr Gewicht bekommt: Es gibt keinen Anspruch auf die irische Einbürgerung. Der Minister entscheidet mit einem erheblichen Ermessensspielraum, und das galt schon, als die Zahl noch fünf war.
Quellen
- Regierung von Irland, „Government approval secured for the priority drafting of the Irish Nationality and Citizenship (Amendment) Bill 2026", gov.ie, veröffentlicht am 9. September 2026.
- Irish Examiner, Berichterstattung vom 7. September 2026 (zum Zuschnitt der Aufenthaltsvoraussetzung) und vom 8. September 2026 (zum Zeitplan und zur fehlenden Übergangsfrist).
- Portugal: Organic Law No. 1/2026, veröffentlicht im Diário da República am 18. Mai 2026, in Kraft seit dem 19. Mai 2026.
- Department of Justice, Home Affairs and Migration, „General Scheme of the Irish Nationality and Citizenship (Amendment) Bill 2026“, gov.ie, veröffentlicht am 21. September 2026 (Head 5 und Head 6).
- Houses of the Oireachtas, Gesetzesverzeichnis 2026, abgerufen am 1. November 2026.