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Immobilien

Der Landesmedian steht bei 396.000 Euro: was das im Südosten heißt

Der irische Preisindex meldet einen Landesmedian von 396.000 Euro. Diese Zahl hilft niemandem, der ein Haus sucht. Brauchbar wird sie erst auf Ortsebene, und dort sieht der Südosten anders aus als das Land.

Ein großer alter Baum in einem Park, dahinter ein Spielplatz.

Was ein Median ist und was er nicht ist

Der Median ist der mittlere Wert aller Verkäufe: Die Hälfte aller Verkäufe lag darunter. Das ist etwas anderes als ein Durchschnitt, der von wenigen sehr teuren Objekten nach oben gezogen wird, und es ist auch etwas anderes als ein Angebotspreis. Der Median beschreibt, was tatsächlich bezahlt wurde.

Was er nicht beschreibt: Deine Immobilie. Ein Median über ein ganzes Land mischt eine Dubliner Reihenhausstraße mit einem Bungalow in Leitrim, und beides hat mit einem Familienhaus in Wexford nichts zu tun. Deshalb steht auf dieser Seite nie eine Landeszahl allein, sondern immer die Ortsebene daneben.

Die Spreizung im Land ist erheblich: Dublin liegt bei rund 500.000 Euro, der niedrigste Grafschaftswert bei knapp 200.000. Zwischen diesen beiden Polen liegt der Südosten, und zwar näher am unteren Ende.

Die Ortsebene

Wexford und Waterford: Zwölf-Monats-Median auf Ortsebene
OrtMedian in EuroBestand in EuroVerkäufe
New Ross230.000230.000187
Enniscorthy300.000265.000449
Kilmacthomas300.000262.00046
Dungarvan318.500317.250159
Wexford320.000285.000715
Waterford327.232262.5001.228
Gorey350.034313.500517

Bestand meint bestehende Wohnungen ohne Neubau. Kilmacthomas beruht auf nur 46 Verkäufen und ist als Ankerzahl zu dünn.

Quelle: CSO, Tabellen HPM08 und HPM04, rollierender 12-Monats-Median. Stand: Juni 2026, abgerufen 22. und 23. August 2026, bestätigt 26. August 2026.

Alle diese Orte liegen unter dem Landesmedian, und einige deutlich. New Ross ist der günstigste Punkt der Reihe, der bestehende Wohnungsbestand in Waterford City liegt mit 262.500 Euro noch einmal darunter. Gorey trägt sichtbar einen Aufschlag, weil es im Pendlerschatten von Dublin liegt, und ist damit der schwächste Punkt des Arguments.

Eine Zahl in dieser Tabelle ist mit Vorsicht zu lesen: Kilmacthomas hat eine sehr geringe Zahl von Verkäufen, und ein Median über so wenige Fälle ist statistisch dünn. Wir führen ihn trotzdem, weil das Weglassen die Auswahl schöner machen würde, als sie ist.

Die Grafschaft Cork ist die Ausnahme

Wer die Region nach Westen verlässt, verliert das Preisargument. Die Grafschaft Cork liegt über dem Landesmedian und steigt schneller als der Rest des Landes. Die Stadt Cork bewegt sich in einer eigenen Spanne, und Kinsale liegt deutlich darüber.

Das Preisargument im Cork-Teil unserer Region trägt deshalb nicht überall, sondern an der Ostküste der Grafschaft und im Blackwater-Tal. Die Zahlen dazu, mit den teuren Orten in derselben Tabelle statt in einer Fußnote:

Grafschaft Cork: dieselbe Reihe, andere Lage
OrtMedian in EuroBestand in EuroVerkäufe
Youghal294.500285.000149
Mallow275.000260.000495
Cobh335.000330.000132
Fermoy385.000266.250226
Cork Nordseite380.000301.000783
Cork Südseite417.000400.0001.493
Glanmire399.999382.000264
Midleton420.000348.000576
Carrigaline420.000414.500295
Kinsale490.000502.500157

Cork Südseite, Glanmire, Midleton, Carrigaline und Kinsale liegen am oder über dem Landesmedian von 396.000 Euro.

Quelle: CSO, Tabellen HPM08 und HPM04, rollierender 12-Monats-Median. Stand: Juni 2026, abgerufen 22. und 23. August 2026, bestätigt 26. August 2026.

Youghal, Mallow, Cobh und der Bestand in Fermoy tragen das Argument. Cork Südseite, Glanmire, Midleton, Carrigaline und Kinsale tragen es nicht, und wir nennen sie offen als teuer, statt sie in einen Durchschnitt zu mischen, in dem sie verschwinden.

Diese Ehrlichkeit ist kein Selbstzweck. Wer mit der Erwartung „Cork ist billig" losfährt und dann Angebote in Kinsale sieht, verliert das Vertrauen in die ganze Rechnung. Wer weiß, dass die Preisfolge innerhalb der Region von Ost nach West ansteigt, sucht von Anfang an am richtigen Ort.

Warum es überhaupt so viel günstiger ist als zu Hause

Drei Gründe, und keiner davon ist ein irischer Sonderrabatt.

Die Nachfrage konzentriert sich auf Dublin. Der Großteil der wirtschaftlichen Aktivität, der Arbeitsplätze und der Zuwanderung liegt im Osten rund um die Hauptstadt. Der Südosten liegt außerhalb dieses Drucks, und das ist derselbe Umstand, der ihn ruhiger macht.

Der Bestand ist älter und schlechter gedämmt. Ein Haus mit schwacher Energiebilanz ist billiger, und es ist im Unterhalt teurer. Das ist kein Schnäppchen, sondern eine Verschiebung der Kosten in die Zukunft.

Die Grundstücke sind größer und die Lagen ländlicher. Wer aus einer deutschen, österreichischen oder Schweizer Stadt kommt, bekommt in Irland mehr Fläche und dafür weniger Infrastruktur in Gehweite.

Was wir hier bewusst nicht tun, ist ein direkter Preisvergleich mit Deutschland. Das amtliche Statistikamt dort veröffentlicht einen Index und keinen Median, und ein Vergleich zwischen einem Index und einem Median ist keine Rechnung, sondern ein Fehler. Solange wir keine vergleichbare amtliche Größe haben, steht hier keine deutsche Zahl.

Was das für Deine Suche heißt

Der Median ist eine Orientierung für die Frage, ob eine Gegend in Deinem Rahmen liegt, und keine Grundlage für ein Gebot. Für das Gebot zählt der Residential Property Price Register, in dem jeder tatsächlich abgeschlossene Verkauf mit Adresse, Datum und Preis steht. Er ist öffentlich, kostenlos und die einzige Quelle, mit der man ein konkretes Angebot einordnen kann.

Praktisch heißt das: Wenn Du ein Haus in einer Straße siehst, sieh im Register nach, was in derselben Straße in den letzten zwei Jahren gezahlt wurde. Das ist eine Viertelstunde Arbeit und der einzige Weg, einen Angebotspreis von einem Marktpreis zu unterscheiden.

Und die zweite Größe, die dazugehört: Was das Haus im Unterhalt kostet. Der Energieausweis liegt beim Verkauf vor, die Grundsteuer richtet sich nach dem Band der Bewertung vom 1. November 2025, und beides steht unter Nebenkosten. Ein billiges Haus mit schlechter Bilanz kann teurer sein als ein teureres mit guter.

Was Du daraus mitnimmst

396.000 Euro ist die Zahl für Irland und nicht für Deinen Ort. Im Südosten liegen die Ortsmediane darunter, in der Grafschaft Cork steigen sie von Ost nach West an, und die konkrete Einordnung eines Angebots kommt aus dem Preisregister und nicht aus einer Statistik. Warum die Region so geschnitten ist, steht unter Der Südosten, und warum Dublin nicht dazugehört, unter Warum nicht Dublin.

Warum die Zahl der Verkäufe mitzählt

In der Tabelle steht neben jedem Median die Zahl der Verkäufe, und das ist kein Beiwerk. Ein Median über 1.228 Verkäufe wie in Waterford beschreibt einen Markt. Ein Median über 46 Verkäufe wie in Kilmacthomas beschreibt eine Handvoll Häuser, und ein einziger teurer Hof kann ihn verschieben.

Wer eine Zahl ohne die dahinterliegende Fallzahl liest, liest eine Behauptung. Deshalb führen wir sie mit, auch wenn sie das Bild unruhiger macht, und deshalb markieren wir Kilmacthomas ausdrücklich als zu dünn für eine Ankerzahl.

Dasselbe gilt für die Unterscheidung zwischen Gesamtmedian und Bestandsmedian. Der Bestandswert lässt Neubauten außen vor, und weil Neubauten teurer sind als vergleichbarer Bestand, liegt er meist darunter. Für jemanden, der ein bestehendes Familienhaus sucht, ist der Bestandswert die ehrlichere Zahl, und in Waterford liegt er mit 262.500 Euro deutlich unter dem Gesamtwert.

Was der Median über die Zukunft nicht sagt

Eine rollierende Zwölfmonatszahl beschreibt das vergangene Jahr. Sie sagt nichts darüber, was im nächsten passiert, und sie reagiert träge auf Wendepunkte, weil sie immer zwölf Monate mitschleppt.

Für die Region heißt das konkret: Die drei Infrastrukturvorhaben, die derzeit laufen, der Hafenausbau in Rosslare, der Flughafenumbau in Waterford und der Ausbau der Kardiologie am dortigen Krankenhaus, sind in diesen Zahlen noch nicht enthalten. Ob sie Preise bewegen und in welche Richtung, ist offen.

Wer heute kauft, sollte deshalb nicht auf eine Wertsteigerung setzen, sondern auf den Gebrauchswert: ein Haus, das zur Familie passt, in einem Ort, der zur Schule passt, zu einem Preis, den man ohne Kredit oder mit einem tragbaren Kredit zahlen kann. Alles andere ist Spekulation, und diese Seite betreibt sie nicht.

Und der Blick nach Dublin

Zum Vergleich, weil er die Größenordnung greifbar macht: Dublin liegt bei rund 500.000 Euro, der Ortsmedian in New Ross bei 230.000. Das ist mehr als das Doppelte, in einem Land, das man in vier Stunden durchquert.

Was man dafür in Dublin bekommt, ist Arbeitsmarkt, Anbindung und Auswahl. Was man dafür aufgibt, ist genau das, weswegen unsere Leser kommen. Warum Dublin für diese Rechnung nicht in Frage kommt, steht ausgeschrieben auf der Seite „Warum nicht Dublin", und zwar nicht über das Wetter.

Was Du daraus mitnimmst

Der Landesmedian ist eine Schlagzeile, kein Preisschild. Die Ortsebene ist die brauchbare Größe, die Fallzahl gehört danebengelesen, und der Bestandswert ist für jemanden, der ein bestehendes Haus sucht, die ehrlichere Zahl als der Gesamtwert.

Für die Region heißt das: Wexford und Waterford tragen das Preisargument klar, die Ostküste der Grafschaft Cork und das Blackwater-Tal tragen es auch, und der Rest der Grafschaft trägt es nicht. Wer das weiß, sucht dort, wo die Rechnung aufgeht.

Quellen

  • Central Statistics Office, Residential Property Price Index, Tabellen HPM07 und HPM08 (Grafschaften und Eircode-Bezirke), cso.ie.
  • Property Services Regulatory Authority, Residential Property Price Register, propertypriceregister.ie.
  • Eigene Auswertung der CSO-PxStat-Rohdaten, dokumentiert in der Belegbasis dieser Site.

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