Die Zahlen
| Größe | Wert |
|---|---|
| Anstieg der Marktmieten, Dezember bis März | 4,4 Prozent |
| Rang in der Reihe seit 2002 | stärkster Quartalsanstieg |
| Angebote landesweit am 1. Mai 2026 | 2.374 |
| Vergleich, Durchschnitt 2015 bis 2019 | rund 4.000 |
| Cork Stadt, Jahresvergleich | plus 13 Prozent |
| Waterford Stadt, Jahresvergleich | plus 8 Prozent |
| Galway Stadt, Jahresvergleich | plus 18 Prozent |
Quelle: Daft.ie Rental Report Q1 2026 (Auswertung Ronan Lyons); Residential Tenancies Board. Stand: 20. Mai 2026.
Zur Einordnung: Am 1. November 2025 standen gut 1.900 Wohnungen zur Miete, am 1. Februar noch weniger, und am 1. Mai sind es 2.374. Das Angebot ist also gestiegen, und zwar spürbar, ohne den Vorkrisenwert annähernd zu erreichen.
Was das über die Reform sagt
Am 23. Februar stand an dieser Stelle die Erwartung, dass die Bestandsmieten sich beruhigen, dass das Angebot nicht wesentlich steigt und dass die lange Ankündigungsphase zwischen Juni 2025 und März 2026 einen Teil des Angebots vorübergehend zurückgehalten hat.
An den Marktmieten gemessen ist der erste Punkt nicht eingetreten, der dritte offenbar schon. Die Marktmieten sind nicht ruhiger geworden, sondern haben den stärksten Quartalssprung der Reihe hingelegt. Gleichzeitig kamen von Februar bis April deutlich mehr Wohnungen auf den Markt als im Vorjahr, was dafür spricht, dass Vermieter tatsächlich auf den Stichtag gewartet haben.
Die naheliegende Erklärung, die auch der Bericht selbst nahelegt: Wer ab dem 1. März in ein System mit sechsjähriger Mindestlaufzeit und gedeckelten Erhöhungen eintritt, setzt die Anfangsmiete so hoch wie möglich, weil er sie danach für Jahre nicht mehr wesentlich anheben kann. Die Deckelung wirkt auf die Erhöhung, nicht auf den Einstieg, und genau dort ist der Sprung passiert.
Das ist eine Erklärung und kein Beweis. Ein einzelnes Quartal, in dem mehrere Dinge gleichzeitig passiert sind, lässt sich nicht sauber auf eine Ursache zurückführen. Was man sagen kann: Die Reform hat den Markt in diesem Quartal nicht verbilligt, und wer das erwartet hatte, hat sich geirrt.
Was für unsere Region gilt
Waterford Stadt liegt mit acht Prozent im Jahresvergleich unter dem Landesbild, Cork mit dreizehn darüber. Für Wexford liegt keine gesonderte Stadtzahl in dieser Auswertung vor, und wir erfinden keine.
Wichtiger als die Prozentzahl ist die absolute Größe: Ein knappes Angebot mit steigenden Preisen betrifft jeden, der zur Miete sucht, und der Südosten hat kein eigenes Mietangebot, das ihn davon abkoppelt. Wer hier eine Übergangswohnung sucht, sucht in demselben engen Markt wie alle anderen, nur mit weniger Auswahl, weil die Orte klein sind.
Warum das die These dieser Seite stützt und nicht widerlegt
Man könnte diese Zahlen als Argument gegen Irland lesen. Sie sind aber genau der Beleg für die Umkehrung, um die es hier geht.
Die irische Wohnungskrise ist eine Mietkrise. Der Kaufmarkt außerhalb von Dublin funktioniert: Wer in Wexford, New Ross oder Dungarvan kauft, konkurriert mit einer überschaubaren Zahl lokaler Interessenten und zahlt einen Ortsmedian unter dem Landeswert. Wer in denselben Orten mieten will, konkurriert mit zwanzig Bewerbern um eine Anzeige.
Für eine Familie, die mit Kapital kommt, folgt daraus eine klare Priorität: Die Mietzeit so kurz wie möglich halten und so früh wie möglich kaufen. Jeder Monat zusätzlicher Mietzeit ist teuer, unsicher und in kleinen Orten schwer überhaupt zu bekommen. Das Argument in voller Länge steht unter Immobilien, die Lage am Mietmarkt unter Mieten.
Der praktische Rat, der daraus folgt
Drei Punkte, die aus diesen Zahlen unmittelbar folgen.
Erstens: Die Übergangsunterkunft früher buchen, als es sich richtig anfühlt. Bei 2.374 Angeboten im ganzen Land ist eine Wohnung in einer bestimmten Kleinstadt zu einem bestimmten Monat kein Suchergebnis, sondern ein Glücksfall. Möblierte Ferienobjekte außerhalb der Saison sind der realistische Weg, und die sind ab Mai kaum zu bekommen.
Zweitens: Nicht auf eine Entspannung warten. Wer den Umzug schiebt, weil er hofft, dass der Mietmarkt sich beruhigt, wartet auf etwas, für das es in den Zahlen keinen Anhaltspunkt gibt. Der Bestand liegt seit Jahren unter der Hälfte des Vorkrisenniveaus.
Drittens: Den Kauf nicht an die Mietzeit koppeln. Ein Kaufverfahren dauert in Irland Monate und ist bis zur Vertragsunterschrift unverbindlich. Wer eine Mietwohnung mit fester Laufzeit hat und darauf setzt, dass der Kauf rechtzeitig schließt, hat zwei Termine, die nichts voneinander wissen.
Was wir im Sommer nachrechnen
Der nächste Bericht deckt das zweite Quartal ab und erscheint im Spätsommer. Die Frage, die er beantworten kann: War der Sprung im ersten Quartal ein einmaliger Stichtagseffekt oder der Beginn einer neuen Steigungslinie. Beides ist möglich, und wir werden es hier hinschreiben, egal welches von beidem es wird.
Wie man in diesem Markt überhaupt etwas findet
Weil die Zahlen abstrakt bleiben, hier das, was in der Praxis funktioniert und was nicht.
Was funktioniert: vor Ort sein. Besichtigungen finden in Gruppen statt, Entscheidungen fallen am selben Tag, und ein Vermieter mit zwanzig Bewerbern nimmt den, den er gesehen hat. Wer aus dem Ausland sucht, ist strukturell im Nachteil, und das lässt sich nicht durch bessere Bewerbungsunterlagen ausgleichen.
Was ebenfalls funktioniert: ein vollständiges Bewerbungspaket, das man sofort vorlegen kann. Nachweis über Einkommen oder Vermögen, Referenz eines früheren Vermieters, Ausweis, und eine kurze Erklärung, wer man ist und warum man kommt. Das ist in Irland üblich und wird erwartet.
Was nicht funktioniert: mehrere Monatsmieten im Voraus anbieten. Es ist rechtlich heikel, seriöse Agenturen lehnen es ab, und es signalisiert dem Vermieter, dass etwas nicht stimmt.
Und was gar nicht funktioniert: auf eine Anzeige antworten, die zu gut ist. Der irische Mietmarkt hat wegen seiner Knappheit ein reales Betrugsproblem, mit erfundenen Objekten, gestohlenen Fotos und Kautionsforderungen vor der Besichtigung. Wer nie besichtigt hat, überweist nichts.
Die Zahl, die man sich merken sollte
2.374 Wohnungen für ein Land mit 5,5 Millionen Einwohnern. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2019 lag der Durchschnitt bei rund 4.000, und schon das galt als eng. Wer diese Größenordnung im Kopf hat, versteht, warum wir auf dieser Seite bei jeder Gelegenheit auf denselben Punkt zurückkommen.
Die Umkehrung ist kein rhetorischer Kniff, sondern die einzige Strategie, die in diesem Markt für eine zuziehende Familie aufgeht. Mieten ist der Engpass. Kaufen ist es nicht.
Was die Zahlen für den Süden konkret bedeuten
Der Bericht weist die Städte einzeln aus, und die Spanne innerhalb Irlands ist groß: Galway plus 18 Prozent, Cork plus 13, Limerick plus 10, Waterford plus 8. Dublin liegt beim Anstieg unter dem Landesschnitt, was daran liegt, dass das Niveau dort ohnehin am höchsten ist.
Zur Einordnung der Niveaus lohnt der Blick auf die Hauptstadt: Eine Zweizimmerwohnung kostet in Dublin am offenen Markt inzwischen im Mittel 2.609 Euro im Monat. Und der Bericht liefert die lange Linie dazu: Die Marktmieten liegen landesweit mehr als ein Drittel über ihrem Stand von vor der Pandemie und fast 80 Prozent über dem Stand von vor zehn Jahren. Wer den Südosten an diesen Zahlen misst, versteht, warum die Region in diesem Markt die ruhigere Ecke ist, und warum sie es auch nach einem Quartal mit acht Prozent Jahresanstieg bleibt.
Für unsere Region heißt das: Waterford gehört zu den ruhigeren Märkten des Landes, Cork zu den unruhigeren. Wer eine Übergangswohnung sucht, hat in Waterford, Wexford oder Dungarvan rechnerisch die besseren Karten als in der Stadt Cork, und das deckt sich mit dem, was auch die Kaufpreise zeigen.
Was diese Prozentzahlen allerdings nicht sagen: wie viele Objekte es in diesen Orten überhaupt gibt. Ein Anstieg von acht Prozent in einem Markt mit fünfzehn Angeboten ist etwas anderes als in einem mit tausend. In Kleinstädten ist die Verfügbarkeit die bindende Größe, nicht der Preis, und darauf gibt keine Prozentzahl eine Antwort.
Deshalb ist der praktische Rat für den Südosten enger als der landesweite Befund: Man sucht nicht nach dem besten Preis, sondern nach dem, was da ist, und man nimmt es, wenn es passt. Wer in einem Ort mit acht Angeboten auf ein neuntes wartet, wartet.
Ein methodischer Hinweis: Der Bericht misst Marktmieten, also die Preise neu angebotener Objekte, nicht die Mieten bestehender Verträge. Bestandsmieten sind durch die Deckelung geschützt und bewegen sich deutlich langsamer. Wer die Schlagzeile liest und daraus schließt, seine laufende Miete steige um 4,4 Prozent, verwechselt zwei verschiedene Reihen.
Und weil die Frage regelmäßig kommt: Nein, ein höheres Angebot löst das Problem nicht zuverlässig. In einem gedeckelten System hat der Vermieter ein Interesse daran, die Anfangsmiete auszureizen, aber ein noch stärkeres daran, einen Mieter zu bekommen, der sechs Jahre bleibt und zahlt. Verlässlichkeit schlägt in diesem Markt Zahlungsbereitschaft, und das ist für eine zuziehende Familie ohne irische Historie die schlechtere Nachricht.
Die Zahl, die aus diesem Quartal hängen bleibt, ist deshalb nicht 4,4 Prozent, sondern 2.374. Ein Preis lässt sich zahlen. Ein fehlendes Angebot nicht.
Was Du daraus mitnimmst
Das erste Quartal unter dem neuen Mietrecht hat den stärksten Anstieg der Reihe gebracht, und das Angebot bleibt weit unter dem Vorkrisenniveau. Wer auf Entspannung wartet, wartet auf etwas, wofür es keinen Anhaltspunkt gibt.
Für die Planung folgt daraus dreierlei: die Übergangsunterkunft früh sichern, die Mietzeit kurz halten, und den Kauf nicht an eine Mietlaufzeit koppeln. Das ist unbequem, und es ist die Rechnung, die dieser Markt vorgibt.
Quellen
- Daft.ie, Rental Report Q1 2026, Auswertung von Ronan Lyons, reports.daft.ie.
- RTÉ, Bericht zum Daft-Mietbericht vom 20. Mai 2026.
- Daft.ie, Rental Report Q3 2025 (Vergleichswerte zum 1. November 2025).
- Residential Tenancies Board, Regeln ab 1. März 2026, rtb.ie.
