Die Zahlen
| Größe | Wert | Veränderung |
|---|---|---|
| Bevölkerung | 5.525.600 | plus 66.900 |
| Zuwanderung | 110.600 | minus 12 Prozent |
| Abwanderung | 62.500 | minus 5 Prozent |
| Nettozuwanderung | 48.100 | minus 19 Prozent |
| Irische Staatsangehörige | 4.594.600 | 83,2 Prozent |
| Nicht-irische Staatsangehörige | 931.000 | 16,8 Prozent |
| Menschen ab 65 | 891.100 | plus 22,7 Prozent seit 2020 |
| Kinder unter 14 | 992.400 | erstmals seit 2014 unter 1 Million |
Quelle: Central Statistics Office, Population and Migration Estimates April 2026, veröffentlicht am 24. August 2026. Stand: 24. August 2026.
Fünf Jahre in Folge sind über 100.000 Menschen im Jahr nach Irland gezogen. Das ist für ein Land dieser Größe eine erhebliche Zahl, und sie ist der Grund, warum Wohnungsmarkt, Schulen und Gesundheitsversorgung unter Druck stehen.
Neu ist die Richtung. Die Zuwanderung ist um zwölf Prozent zurückgegangen, die Nettozuwanderung um neunzehn. Das Wachstum hält an, es verlangsamt sich aber deutlich.
Die Zahl, die am meisten sagt
Der interessanteste Wert steht am Ende der Tabelle. Erstmals seit 2014 leben weniger als eine Million Kinder unter vierzehn Jahren in Irland, während die Zahl der über Fünfundsechzigjährigen seit 2020 um fast ein Viertel gestiegen ist.
Irland galt jahrzehntelang als das junge Land Europas, mit hohen Geburtenraten und einer Altersstruktur, um die andere Staaten es beneideten. Dieser Vorsprung schmilzt. Er schmilzt langsamer als anderswo, und Irland bleibt im europäischen Vergleich jung, aber die Richtung ist eindeutig.
Für eine zuziehende Familie ist das eine gemischte Nachricht, und wir tun nicht so, als wäre sie eindeutig gut oder schlecht.
Was das für Schulplätze heißt
Auf lange Sicht entspannt eine kleinere Kinderzahl die Lage an den Schulen. Wer heute einen Platz sucht, merkt davon allerdings nichts, weil die Kinder, die derzeit in der Grundschule sind, bereits geboren sind und weil sich Zuzug regional konzentriert.
Und die regionale Verteilung ist der Punkt. Ein landesweiter Rückgang bedeutet nicht, dass in Gorey, Enniscorthy oder Midleton Plätze frei werden; in Orten mit anhaltendem Zuzug bleibt es eng, während anderswo Klassen zusammengelegt werden.
Für die Praxis ändert diese Statistik deshalb gar nichts an dem, was wir empfehlen: Erst die Schule klären, dann den Ort festlegen, dann das Haus kaufen. Ein Anruf im Schulsekretariat sagt über den konkreten Ort mehr als jede nationale Zahl. Wie das System aufgebaut ist, steht unter Schulsystem.
Was das für Hauspreise heißt
Hier ist die Antwort ehrlich unsicher, und wir geben sie als das aus, was sie ist: eine Einschätzung, keine Prognose.
Weniger Nettozuwanderung heißt weniger zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum. Gleichzeitig wurden 2025 mit 36.284 Wohnungen so viele fertiggestellt wie seit Beginn der Reihe nicht, und im zweiten Quartal 2026 lag die Bauleistung leicht unter dem Vorjahr. Beobachter halten 50.000 bis 60.000 Wohnungen im Jahr für nötig, um den Rückstand abzubauen.
Was daraus folgt: Eine Entspannung ist denkbar, sie ist aber nicht in den Preisen sichtbar, und im Mietmarkt schon gar nicht, wo das erste Quartal 2026 den stärksten Anstieg seit Beginn der Reihe brachte. Wer auf einen fallenden Markt wartet, wartet auf etwas, wofür es derzeit keinen Anhaltspunkt gibt.
Ein zweiter Effekt zeigt in die andere Richtung: Eine alternde Bevölkerung bringt über die Zeit mehr Objekte auf den Markt, und ein erheblicher Teil des irischen Leerstands sind ohnehin Nachlässe. Für den Südosten, wo dieser Bestand groß ist, könnte das relevanter werden als die Wanderungsbilanz. Die Preise der Region stehen unter Preise.
Wer eigentlich kommt
Ein Sechstel der Bevölkerung hat keine irische Staatsangehörigkeit. Das ist ein hoher Wert, und er erklärt eine Eigenschaft des Landes, die zuziehende Familien regelmäßig positiv überrascht: Ein Zugezogener ist in Irland nichts Besonderes. In den Schulen sitzen Kinder aus vielen Ländern, in den Praxen arbeiten Ärztinnen und Ärzte aus vielen Ländern, und die Frage, woher jemand kommt, ist eine Höflichkeitsfrage und keine Prüfung.
Für eine Familie, die in einem irischen Kleinstadtleben ankommen will, ist das mehr wert als jede Zahl in dieser Tabelle. Es ersetzt nicht die Sprache und nicht die Zeit, die es braucht, um Anschluss zu finden, aber es macht beides leichter.
Was Du daraus mitnimmst
Irland wächst weiter, langsamer als zuletzt, und es altert. Für Schulplätze und Hauspreise heißt das auf lange Sicht Entspannung und auf kurze Sicht nichts, weil beides regional entschieden wird und nicht national.
Und für die Frage, ob man in diesem Land ankommt: Ein Sechstel der Bevölkerung ist selbst zugezogen. Das ist die Zahl, die eine Familie am ehesten beruhigen sollte.
Was hinter den Zahlen steht
Die Wanderungsbilanz eines Landes setzt sich aus sehr verschiedenen Gruppen zusammen, und eine Gesamtzahl verdeckt das. In Irland sind es im Wesentlichen vier: Rückkehrer mit irischem Pass, Zuziehende aus anderen EU-Staaten, Arbeitskräfte aus Drittstaaten mit Beschäftigungserlaubnis und Menschen im Schutzverfahren.
Der Rückgang der Zuwanderung um zwölf Prozent verteilt sich nicht gleichmäßig auf diese Gruppen, und aus der veröffentlichten Gesamtzahl lässt sich nicht ableiten, welche davon stärker zurückgegangen ist. Wir spekulieren darüber nicht. Wer es genau wissen will, findet die Aufgliederung in der Veröffentlichung selbst.
Für einen zuziehenden Leser dieser Seite ist ohnehin eine andere Zahl relevant: Er gehört zu einer sehr kleinen Gruppe. Familien aus dem deutschsprachigen Raum, die mit Kapital nach Irland ziehen, tauchen in dieser Statistik als Rundungsfehler auf. Was für den Wohnungsmarkt eines Landes gilt, gilt für eine Kleinstadt im Südosten nur begrenzt.
Die Perspektive auf zwanzig Jahre
Wer ein Haus für eine Generation kauft, denkt in längeren Zeiträumen als eine Jahresstatistik. Drei Beobachtungen, die sich aus dieser Reihe ablesen lassen und die vermutlich stabiler sind als die Zahl eines einzelnen Jahres.
Erstens: Irland wächst seit über einem Jahrzehnt, und zwar deutlich. Fünf Jahre in Folge mit über 100.000 Zuwanderern sind kein Ausreißer, sondern ein Muster.
Zweitens: Das Land altert, langsamer als der europäische Durchschnitt, aber messbar. Die Zahl der über Fünfundsechzigjährigen ist seit 2020 um fast ein Viertel gestiegen.
Drittens: Der Wohnungsbau bleibt hinter dem Bedarf zurück, auch im besten Jahr seit Beginn der Reihe. Solange das so ist, bleibt Wohnraum knapp und teuer, und die Umkehrung, um die es auf dieser Seite geht, gilt weiter.
Der Satz, auf den es hinausläuft
Irland wächst langsamer und altert. Das entlastet auf lange Sicht Schulen und Wohnungsmarkt und ändert an der Lage im Jahr 2026 nichts. Und ein Sechstel der Menschen im Land ist selbst zugezogen, was für eine Familie, die ankommen will, die nützlichste Zahl dieser Veröffentlichung ist.
Und die Region im Besonderen
Nationale Zahlen sagen über Wexford, Waterford und die Grafschaft Cork wenig. Was man über die Region sagen kann, ist, dass sie kleinstädtisch ist: Wexford rund 21.500 Einwohner, Enniscorthy gut 12.000, Gorey rund 11.500, Tramore rund 11.300, New Ross gut 8.600 nach der Volkszählung 2022.
Das ist die Größenordnung, in der eine Familie tatsächlich landet, und sie ist der eigentliche Unterschied zum Leben in einer deutschen, österreichischen oder Schweizer Mittelstadt. Man kennt die Nachbarn, die Wege sind kurz, und die Auswahl an allem ist kleiner. Wer das sucht, findet es hier. Wer städtische Dichte braucht, findet sie in dieser Region nicht, und das ist keine Schwäche, sondern der Zuschnitt. Warum die Region so aussieht, wie sie aussieht, steht unter Der Südosten.
Was diese Reihe nicht misst
Eine Wanderungsstatistik zählt Menschen, keine Absichten. Sie sagt nicht, wie viele der Zugezogenen bleiben, wie viele nach drei Jahren weiterziehen und wie viele zurückkehren. Für Irland ist das besonders relevant, weil ein erheblicher Teil der Zuwanderung befristete Arbeitsaufenthalte sind und weil das Land historisch ebenso stark von Auswanderung geprägt ist.
Für eine Familie, die dauerhaft kommt, ist das ein Hinweis auf etwas Praktisches: In Orten mit hoher Fluktuation ist es schwerer, ein stabiles Umfeld zu finden, weil Nachbarn und Schulfreunde wechseln. In den Kleinstädten des Südostens ist die Fluktuation niedriger als in Dublin oder in den Universitätsstädten, und das ist einer der leiseren Vorteile dieser Region.
Zum Schluss die Zahl, die im Gedächtnis bleiben sollte: 48.100 Menschen netto in zwölf Monaten, bei 5,5 Millionen Einwohnern. Das ist knapp ein Prozent Wachstum in einem Jahr, in einem Land, das seinen Wohnungsbestand nicht annähernd in diesem Tempo vergrößert. Solange diese beiden Zahlen so weit auseinanderliegen, bleibt Wohnen der Engpass, und die Empfehlung dieser Seite bleibt dieselbe.
Für die Einordnung im europäischen Vergleich: Irland ist damit weiterhin eines der am schnellsten wachsenden Länder der Union, und es ist das mit der jüngsten Altersstruktur unter den westeuropäischen Mitgliedstaaten, trotz des Rückgangs bei den Kindern. Beide Eigenschaften prägen den Alltag mehr, als eine Jahresveränderung vermuten lässt: volle Schulen, junge Belegschaften, und ein Wohnungsmarkt, der seit einem Jahrzehnt hinterherläuft.
Quellen
- Central Statistics Office, Population and Migration Estimates, April 2026, veröffentlicht am 24. August 2026, cso.ie.
- Central Statistics Office, New Dwelling Completions 2025 und Q2 2026, cso.ie.
- Daft.ie, Rental Report Q1 2026.
- RTÉ und Irish Times, Berichterstattung zu den CSO-Zahlen vom 24. August 2026.
