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Immobilien

Bis zu 70.000 Euro für ein leerstehendes Haus: wer bekommt den Vacant Property Grant?

Morgen wird das Programm erweitert. Bis zu 50.000 Euro für ein leerstehendes Haus, bis zu 70.000 für ein verfallenes. Die Summe ist der einfache Teil. Die Bedingungen sind eng, und die wichtigste Frage für einen Zuziehenden beantwortet die Broschüre nicht.

Ein leerstehendes zweigeschossiges Wohnhaus mit offenem Dachstuhl und fehlenden Schiefern, Efeu an der Fassade, davor ein verrostetes Tor und hohes Gras.

Worum es geht

Irland hat einen erheblichen Bestand leerstehender und verfallener Wohnhäuser, vor allem in Kleinstädten und im ländlichen Raum. Der Vacant Property Refurbishment Grant soll sie wieder bewohnbar machen, indem er einen Teil der Sanierungskosten übernimmt.

Der Zuschuss in Zahlen
GrößeAngabe
Zuschuss für ein leerstehendes Objektbis zu 50.000 Euro
Zuschuss für ein zusätzlich verfallenes Objektbis zu 70.000 Euro
Mindestleerstandzwei Jahre
Baujahr des Objektsvor 2008
Antragvor Beginn der Arbeiten, bei der Grafschaft
Frist für die Ausführungin der Regel 13 Monate nach Bewilligung
Auszahlunggegen Belege nach Abschluss
Erweiterungab 31. März 2026 auch für die Umnutzung leerstehender Gewerbeflächen

Quelle: Department of Housing, Local Government and Heritage (gov.ie), Vacant Property Refurbishment Grant; Merkblätter der Vacant Homes Officers der Grafschaften. Stand: 30. März 2026.

Die Erweiterung zum 31. März zielt auf Flächen, die bisher nicht erfasst waren: leerstehende Gewerbeeinheiten und ungenutzte Obergeschosse über Ladenlokalen, die zu Wohnraum werden sollen. Für die Ortskerne der Kleinstädte des Südostens ist das der interessantere Teil, weil dort genau dieser Bestand steht.

Die Frage, die dieser Beitrag nicht beantwortet

Und jetzt die Stelle, an der wir ehrlich sein müssen. Ob und ab wann ein Zuziehender ohne bisherige irische Ansässigkeit antragsberechtigt ist, geht aus den öffentlichen Unterlagen nicht eindeutig hervor.

Das Programm ist auf Eigentümer zugeschnitten, die das Objekt selbst bewohnen oder vermieten wollen, und es setzt voraus, dass man das Objekt besitzt oder gerade erwirbt. Was es nicht klar sagt, ist, wie es mit jemandem verfährt, der zum Zeitpunkt des Antrags noch nicht in Irland lebt. Die Merkblätter der einzelnen Grafschaften weichen in Details voneinander ab, und die Auslegung liegt beim jeweiligen Vacant Homes Officer.

Wir lassen diese Frage deshalb offen, statt sie plausibel zu beantworten. Auf dieser Seite gilt die Regel, dass die Berechtigung vor der Zahl geklärt wird: Eine Fördersumme in einer Copy, die der Leser am Ende nicht bekommt, ist schlimmer als gar keine Fördersumme. Wer den Zuschuss einplanen will, klärt seine Berechtigung vorher mit dem Vacant Homes Officer der Grafschaft, in der das Objekt liegt, und zwar schriftlich. Diese Stelle gibt es in jeder Grafschaft, und sie ist ansprechbar.

Was ein verfallenes Haus wirklich bedeutet

Unabhängig vom Zuschuss lohnt der nüchterne Blick auf das, was man sich damit einhandelt. Ein Objekt, das die Kriterien erfüllt, stand mindestens zwei Jahre leer und ist vor 2008 gebaut. In der Praxis heißt das meist: keine funktionierende Heizung, alte oder keine Elektrik, Feuchtigkeit, häufig ein Dach am Ende seiner Lebensdauer, oft keine moderne Abwasserlösung.

Dem stehen drei Größen gegenüber, die in Irland gerade knapp sind: Handwerker, Zeit und Baukosten. Die Bauwirtschaft hat nach 2008 einen erheblichen Teil ihrer Fachkräfte verloren und ihn nie ganz zurückgewonnen; die Baukosten liegen hoch; und Planungsverfahren dauern. Wer die Sanierung eines verfallenen Hauses aus dem Ausland steuern will, unterschätzt regelmäßig alle drei.

Dazu kommt die Frist. Die Arbeiten sollen in der Regel binnen 13 Monaten nach Bewilligung abgeschlossen sein, und die Auszahlung erfolgt gegen Belege danach. Das heißt: Du finanzierst die Sanierung vor. Der Zuschuss ist eine Erstattung, kein Baukostenzuschuss.

Für wen er trotzdem passt

Es gibt eine Konstellation, in der das Programm wirklich trägt, und sie ist bei Lesern dieser Seite gar nicht selten: Wer bereits ein Haus im Südosten gekauft hat, dort lebt und in derselben Kleinstadt ein zweites, leerstehendes Objekt sieht, das er ohnehin instand setzen würde, hat die drei Dinge, an denen es sonst scheitert. Er ist vor Ort, er kennt Handwerker, und er hat Zeit.

Und es gibt eine, in der es nicht passt: die Familie, die im August das erste Schuljahr beginnen will und deshalb ein bewohnbares Haus braucht. Für sie ist der Zuschuss eine Ablenkung. Kaufen, einziehen, und die Sanierung aus dem Haus heraus planen ist der schnellere und in der Summe meist auch der billigere Weg.

Der Rest der Rechnung

Ein leerstehendes Objekt bringt neben der Sanierung zwei steuerliche Nachbarthemen mit, die man vorher kennen sollte. Es gibt eine Abgabe auf Wohnimmobilien, die über einen längeren Zeitraum im Jahr leer stehen, mit eigener Erklärung und eigenem Stichtag. Und es gibt eine Abgabe auf für Wohnbebauung ausgewiesene, aber unbebaute Grundstücke. Beide sind für ein selbstbewohntes Familienhaus ohne Bedeutung und werden relevant, sobald jemand ein zweites Objekt hält. Wer eines kauft und länger als geplant für die Sanierung braucht, sollte wissen, dass die Uhr in dieser Zeit weiterläuft.

Die laufenden Nebenkosten eines irischen Hauses stehen unter Nebenkosten, der Ablauf des Kaufs selbst unter Kaufen, und die Preise der Region unter Preise. Wer den Zuschuss ernsthaft prüfen will, findet die Anlaufstelle bei der Grafschaft, in der das Objekt liegt.

Was Du daraus mitnimmst

Der Zuschuss ist real, er ist substanziell und er wird zum 31. März breiter. Er ist aber kein Instrument für einen Erstkauf aus dem Ausland heraus, sondern für jemanden, der schon vor Ort ist. Und seine Berechtigungsfrage für Zuziehende ist offen; wer sie beantwortet haben will, fragt schriftlich bei der Grafschaft und verlässt sich nicht auf eine Broschüre, auch nicht auf diese.

Die anderen Töpfe

Der Zuschuss für leerstehende Objekte ist nicht das einzige Instrument. Für energetische Sanierung gibt es ein eigenes staatliches Förderprogramm, das Dämmung, Fenster, Heizungstausch und Wärmepumpen unterstützt und das unabhängig davon greift, ob ein Haus leer stand. Für ein irisches Bestandshaus mit schlechter Energiebilanz ist das häufig der praktisch wichtigere Topf, weil er den Posten trifft, der die laufenden Kosten bestimmt.

Beide Programme haben gemeinsam, dass sie vor Beginn der Arbeiten beantragt werden müssen. Wer erst saniert und dann fragt, bekommt nichts. Das ist die häufigste und teuerste Verwechslung in diesem Feld, und sie passiert regelmäßig, weil Handwerker in Irland kurzfristig verfügbar sind und man den Termin nicht verstreichen lassen will.

Eine realistische Reihenfolge

Wenn Du ein sanierungsbedürftiges Objekt trotzdem angehen willst, hat sich diese Abfolge bewährt.

Erstens den Survey machen lassen, bevor irgendein Antrag gestellt wird. Ohne belastbare Aussage zu Dach, Feuchtigkeit, Elektrik und Abwasser ist jede Kostenschätzung geraten.

Zweitens mit dem Vacant Homes Officer der Grafschaft sprechen, schriftlich, mit der konkreten Adresse und der eigenen Situation. Dort klärt sich auch die Berechtigungsfrage, die dieser Beitrag offen lässt.

Drittens die Angebote einholen und erst danach den Kaufpreis verhandeln. Ein Objekt, dessen Sanierung 180.000 Euro kostet, ist bei einem Kaufpreis von 90.000 ein anderes Geschäft als bei 140.000, und der Verkäufer eines seit Jahren leerstehenden Hauses hat selten viele Alternativen.

Viertens die Reihenfolge der Gewerke festlegen und einen Bauleiter oder Architekten vor Ort haben. Aus der Ferne gesteuerte Sanierungen laufen aus dem Ruder, und zwar zuverlässig.

Der Satz, auf den es hinausläuft

Bis zu 70.000 Euro sind viel Geld, und der Zuschuss ist kein Marketing, sondern ein ernst gemeintes Programm mit realer Auszahlung. Er ist trotzdem kein Argument für einen Erstkauf aus dem Ausland heraus, weil er Vorfinanzierung, Vor-Ort-Präsenz und Handwerker voraussetzt, und weil die Berechtigung für Zuziehende ungeklärt ist.

Wer im Südosten ankommen will, kauft ein bewohnbares Haus. Wer angekommen ist und ein zweites Projekt sucht, findet in diesem Programm eines. Diese Reihenfolge ist der ganze Rat.

Warum es diesen Leerstand überhaupt gibt

Ein Stück Kontext, das die Objekte verständlicher macht. Ein großer Teil des irischen Leerstands sind Nachlässe: Häuser, die nach dem Tod der Eigentümer an mehrere Erben fielen, von denen einige im Ausland leben, und über deren Verkauf man sich nicht einigte. Dazu kommen Objekte, deren Sanierung sich für den Eigentümer nie gerechnet hat, weil die Baukosten den erzielbaren Preis in einer Kleinstadt überstiegen.

Beides erklärt zwei Eigenschaften dieses Marktes. Erstens sind die Verkäufer oft verhandlungsbereit, weil sie das Objekt seit Jahren mitschleppen. Zweitens ist der Titel häufiger unklar als beim normalen Kauf, weil Erbfolgen nicht abgeschlossen sind. Wer hier kauft, braucht einen Solicitor mit Erfahrung in genau diesen Fällen, und er sollte für die Titelprüfung mehr Zeit einplanen als üblich.

Zum Rechtsstand: Die Bedingungen des Programms werden von den Grafschaften umgesetzt und haben sich seit seiner Einführung mehrfach geändert. Die hier genannten Zahlen und Fristen entsprechen dem Stand Ende März 2026. Wer sich darauf stützt, prüft sie beim Vacant Homes Officer nach, und zwar für das konkrete Objekt.

Ein Wort zur Einordnung der Summe. 70.000 Euro klingen nach viel und decken bei einem Objekt in schlechtem Zustand oft weniger als die Hälfte der tatsächlichen Kosten. Dach, Elektrik, Heizung, Fenster, Bad und Küche in einem Haus, das zwei Jahrzehnte leer stand, summieren sich in Irland schnell auf einen sechsstelligen Betrag, und die Handwerkerpreise sind seit 2021 deutlich gestiegen. Wer mit dem Zuschuss rechnet, sollte ihn als Beitrag verstehen und nicht als Finanzierung.

Quellen

  • Department of Housing, Local Government and Heritage, Vacant Property Refurbishment Grant, Bedingungen und Antragsweg, gov.ie.
  • Merkblätter und Schemeoutlines der Vacant Homes Officers einzelner Grafschaften.
  • Revenue Commissioners, Abgaben auf leerstehende Wohnimmobilien und auf ausgewiesenes Bauland, revenue.ie.
  • Central Statistics Office, New Dwelling Completions 2025 (Kapazität der Bauwirtschaft).

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