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Leben in Irland

Klima in Irland: 2025 war das zweitwärmste Jahr seit 1900

Met Éireann hat die Jahresbilanz für 2025 vorgelegt: 11,14 Grad im Mittel, zweitwärmstes Jahr seit 1900, wärmster Sommer der Reihe. Und eine Zahl aus Wexford, die für diese Seite unbequem ist und trotzdem hierher gehört.

Eine weiße Wetterhütte auf Beinen steht auf einer gemähten Wiese hinter einer niedrigen Bruchsteinmauer, darüber ein weiter geschichteter grauer Himmel.

Die Bilanz in Zahlen

Das Jahresmittel der Lufttemperatur lag 2025 bei 11,14 Grad Celsius, also 1,59 Grad über dem Langzeitmittel 1961 bis 1990 und 0,97 Grad über dem jüngeren Mittel 1991 bis 2020. Das ist das zweitwärmste Jahr seit 1900, nur knapp hinter 2023 mit 11,21 Grad, und erst das zweite Jahr überhaupt mit einem Mittel über elf Grad.

Irland 2025 im Überblick
GrößeWert
Jahresmitteltemperatur11,14 °C
Abweichung vom Mittel 1961 bis 1990+1,59 °C
Abweichung vom Mittel 1991 bis 2020+0,97 °C
Rang seit 1900zweitwärmstes Jahr
Jahresniederschlag im Landesmittel1.338,7 mm, 104 % des Mittels 1991 bis 2020
Rang beim Niederschlag seit 194115. nassestes Jahr

Quelle: Met Éireann, Annual Climate Statement for 2025, veröffentlicht 6. Januar 2026 (Island of Ireland dataset, Vergleichsperioden 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020). Stand: 12. Januar 2026.

Bemerkenswert ist weniger der Einzelwert als die Reihe: Die Jahre 2022 bis 2025 sind inzwischen die vier wärmsten der ganzen Messreihe, und sieben der zehn wärmsten Jahre liegen nach 2005. Das kälteste Jahr der Reihe war 1919 mit 8,73 Grad; unter den zehn kältesten liegt keines nach 2000.

Der Jahresverlauf, und warum er sich in der Mitte dreht

2025 zerfällt sauber in zwei Hälften. Der Januar war kühl und sonnig, mit Schnee im Süden und Westen zu Monatsbeginn und mit Sturm Éowyn zum Monatsende, der die höchsten je in Irland gemessenen Windgeschwindigkeiten brachte. Es folgten ein milder Februar, ein trockener und sonniger März, ein warmer April mit neuen Höchstwerten für den Monat, ein warmer und trockener Mai. Frühling und Sommer 2025 waren die wärmsten der gesamten Messreihe, der Frühling zusätzlich der sonnigste.

Ab September kippte das Muster. Eine sehr bewegliche Atlantikströmung übernahm und blieb bis zum Jahresende: September kühl und nass, Oktober mild, trüb und nass mit Sturm Amy, November der nasseste Monat des Jahres mit Sturm Claudia, Dezember wechselhaft mit Sturm Bram und einem trockenen Ausklang. Der Herbst war der vierte nasseste der Reihe.

Wer 2025 im Frühjahr in Irland zu Besuch war, hat ein anderes Land gesehen als jemand, der im November kam. Beide haben recht.

Die Zahl, die für den Südosten unbequem ist

Diese Seite argumentiert seit ihrem ersten Tag damit, dass der Südosten die trockenste Ecke Irlands ist. Das stimmt im Langzeitmittel, und es stimmt deutlich: Rosslare liegt bei rund 880 Millimetern im Jahr, Wexford Stadt bei 993, Waterford Stadt bei 1.008, gegenüber einem Landesmittel von rund 1.288 Millimetern.

2025 war es anders. Die Station Johnstown Castle bei Wexford verzeichnete 1.322,9 Millimeter, also 124 Prozent ihres Langzeitmittels, und damit das zweitnasseste Jahr ihrer Stationsgeschichte. Am anderen Ende der Skala stand Malin Head in Donegal mit 86 Prozent, also im Nordwesten, wo es normalerweise deutlich nasser ist als bei uns. Die üblichen Verhältnisse standen 2025 also gerade auf dem Kopf.

Wir schreiben das hin, weil es der Prüfstein für die Ehrlichkeit dieser Seite ist. Ein Jahr ist kein Klima, und ein einzelnes nasses Jahr im Südosten ändert an einer Normalperiode von dreißig Jahren nichts. Aber wer die Zahl weglässt, weil sie nicht ins Bild passt, hat kein Argument mehr, sondern eine Broschüre.

Die richtige Einordnung ist die dritte, unbequemere Möglichkeit: Der Südosten ist im Mittel der trockenste Teil Irlands, und Irland ist trotzdem eine Insel im Nordatlantik. Wer aus dem Rheinland, aus Oberösterreich oder aus dem Mittelland kommt und mit dem Argument „hier regnet es weniger als im Rest Irlands" nach Wexford zieht, sollte wissen, dass die Referenz der Rest Irlands ist und nicht sein Herkunftsort. Ein Vergleich, der uns immer wieder erreicht, gehört auch dazu: Dublin ist mit rund 747 Millimetern die trockenste Gegend des Landes, trockener als jeder Ort unserer Region. Das Wetter ist deshalb kein Argument gegen Dublin, und wir führen es dort auch nicht.

Stürme, und was sie im Alltag bedeuten

2025 brachte fünf benannte Stürme. Éowyn im Januar setzte einen neuen irischen Windrekord, Floris im August, Amy im Oktober mit orkanartigen Böen, Claudia im November mit Dauerregen, Bram im Dezember.

Für eine Familie, die aus dem Binnenland kommt, ist das der Teil, der wirklich neu ist. Ein irischer Winter besteht nicht aus Kälte, sondern aus Wind und Wasser. Was daraus praktisch folgt, ist wenig glamourös und trotzdem entscheidend: ein Haus, dessen Dach und Fenster in Ordnung sind, ein Stromausfall von einigen Stunden bis wenigen Tagen als eingeplantes Ereignis, ein Kaminofen oder eine zweite Wärmequelle, ein Auto, das mit Sturmböen auf der Küstenstraße zurechtkommt. Wer ein Bestandshaus kauft, sollte den Zustand des Daches im Survey ernster nehmen als die Küche.

Éowyn, und was ein Rekordsturm praktisch bedeutet

Der Sturm, der 2025 eröffnet hat, verdient eine eigene Betrachtung, weil er die Grenzen des Systems gezeigt hat. Am 24. Januar 2025 brachte Éowyn an der Station Mace Head an der Westküste eine Böe von rund 183 Kilometern je Stunde, den höchsten je in Irland gemessenen Wert. In der Spitze waren in der Republik rund 768.000 Anschlüsse ohne Strom, dazu kamen erhebliche Störungen der Wasserversorgung.

Für eine Familie, die aus dem deutschsprachigen Binnenland kommt, ist das die wichtigste Anpassungsleistung des ersten Jahres. Ein Stromausfall ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Ereignis, über das am nächsten Tag in der Zeitung steht. In Irland ist er im Winter eine Möglichkeit, mit der man rechnet, und in ländlichen Gegenden mit Freileitungen kann er auch einmal mehrere Tage dauern.

Was daraus folgt, ist wenig romantisch und schnell erledigt: eine zweite, vom Netz unabhängige Wärmequelle, Wasser im Haus für ein paar Tage, ein aufgeladenes Notradio oder Powerbank, und bei einer Wasserversorgung über einen eigenen Brunnen mit elektrischer Pumpe der Gedanke daran, dass ohne Strom auch kein Wasser kommt. Wer ein Haus in exponierter Lage kauft, sollte sich zusätzlich den Zustand von Dach, Giebel und alten Bäumen im Garten ansehen lassen. Das kostet beim Survey fast nichts und spart im Januar sehr viel.

Und der Punkt, der zur Ehrlichkeit gehört: Der Rekord wurde im Westen gemessen, nicht bei uns. Der Südosten liegt auf der windabgewandten Seite der Insel, und die schwersten Stürme treffen Galway, Mayo, Donegal und Kerry härter als Wexford oder Waterford. Das ist Teil desselben Musters, das die Region auch trockener macht, und es ist eines der wenigen Wetterargumente, die für die Region wirklich tragen.

Was das für die Kaufentscheidung ändert

Wenig, aber nicht nichts. Drei Punkte.

Erstens: Die Klimazahlen der Region stehen weiter, und sie stehen auf einer Normalperiode. Was gemessen wurde, mit welcher Station und mit welcher Periode, steht unter Klima. Wir führen dort die Reihen und nicht das Jahresgefühl.

Zweitens: Die Energiefrage wird durch einen nassen Winter teurer, nicht durch einen kalten. Irische Winter sind mild, aber feucht, und Feuchtigkeit in einem schlecht gedämmten Haus kostet mehr Heizenergie als ein paar Grad Frost in einem gut gedämmten. Der Energieausweis eines Bestandshauses ist deshalb keine Formalie.

Drittens: Ein Besichtigungstermin im Mai zeigt nicht das Haus, das Du kaufst. Wer kann, sieht sich ein Haus einmal bei schlechtem Wetter an. Das ist der billigste Survey, den es gibt, und der aussagekräftigste.

Warum die Region trotzdem so geschnitten ist, wie sie geschnitten ist, und warum ihre Westgrenze bei Kinsale liegt und nicht weiter westlich, steht unter Der Südosten. Die Antwort hat mit genau diesen Regenzahlen zu tun.

Was das Jahr für den Umzugstermin nahelegt

Aus dem Verlauf von 2025 lässt sich eine praktische Empfehlung ableiten, die unabhängig vom einzelnen Jahr gilt. Das irische Wetterjahr hat seine gute Hälfte zwischen März und August und seine anstrengende zwischen September und Februar. Ein Umzug, der im Spätsommer abgeschlossen ist, gibt einer Familie ein paar Wochen Zeit, das Haus, den Ort und die Schule kennenzulernen, bevor die ersten Herbststürme kommen.

Das trifft sich mit dem Schuljahr, das in Irland Ende August oder Anfang September beginnt, und mit dem Immobilienmarkt, der im Frühjahr am aktivsten ist. Wer im Februar oder März mit der Suche beginnt, im Frühsommer kauft und im August einzieht, arbeitet mit dem Jahr statt gegen es. Wer im November ankommt, sieht als Erstes die Version des Landes, die in keinem Prospekt steht.

Das ist keine Warnung, sondern eine Planungsempfehlung. Der irische Winter ist mild; was ihn anstrengend macht, ist die Dauer der dunklen, feuchten und windigen Phase, nicht ihre Härte. Wer sie im zweiten Jahr erlebt, in einem Haus, das er kennt, und mit Kindern, die in der Schule angekommen sind, erlebt sie völlig anders als jemand, der im dritten Monat nach der Ankunft in einer Übergangsunterkunft sitzt.

Quellen

  • Met Éireann, Annual Climate Statement for 2025, veröffentlicht am 6. Januar 2026, met.ie.
  • Met Éireann, Stationswerte Johnstown Castle (Co. Wexford), Malin Head (Co. Donegal), Dublin Airport.
  • RTÉ, „2025 second warmest year in Ireland, says Met Éireann", 6. Januar 2026.
  • Met Éireann, 1-km-Rasterdatensatz Niederschlag 1991 bis 2020 (IE_RR_9120_V2), Grundlage der Regionswerte auf dieser Site.

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